Russland will auf globaler Ebene Bezugspunkt für die Anwendung und Ausbreitung des BIMs sein, mit dem Ziel die reichen Märkte der Entwicklungsländer zu meistern

Russland setzt sich ein, um weltweit führender BIM-Anbieter zu werden und hat deshalb vor bzw. will seine Kenntnisse ins Ausland exportieren.

Nach dem Bericht vom Marktforschungsinstitut Allied Market Research mit dem Titel “Building Information Modeling (BIM) Market by Solution, Ender User and Vertical – Global Opportunity Analysis and Industry Forecast, 2015 -2022” wird der BIM Markt bis Ende 2022 11,7 Milliarden Dollar und eine jährliche Wachstumsquote von +21,6% erzielen.

Dank den vielen Bauaktivitäten in Asien und in den kaukasischen Ländern sollte die BIM-Nachfrage wachsen und Russland will diese Marktchance absolut nicht verpassen.

BIM in Russland heute

Wie in anderen Ländern wird auch in Russland die BIM-Methode immer mehr verwendet, obwohl nicht in einer ausgeglichenen Art. Größere Unternehmen haben viele Fortschritte gemacht, in Ausbildung investiert, die „BIM Kultur“ und Technologie gefördert und viel von den bereits gestarteten Pilotprojekten gelernt (von Wohn-, Industriegebäuden und Krankenhäusern).

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Die größten Baufirmen Russlands folgen schon seit langem das Beispiel von den führenden Ländern des Sektors, wie das vom Vereinigten Königsreich, und haben von denen gelernt, die BIM Potenzialitäten zu nutzen und weiterzuentwickeln. Heute verfügt Russland über alles Notwendige, um die BIM-Methode schneller zu implementieren.

Auch Mittelgroße Betriebe haben ihre BIM-Kenntnisse durch große Bauprojekte und dank der Zusammenarbeit mit internationalen Projektteams vertieft, die in Russland gearbeitet haben oder noch tätig sind.

Entwurfsbüros, Kleinbetriebe und Baufirmen haben hingegen noch eine geringe Erfahrung mit BIM und auch noch einige Zweifel. Jetzt sollten sich die nationalen russischen Einrichtungen engagieren, um die vielen Vorteile der BIM-Anwendung zu fördern.

Die BIM Politik in Russland

Mitte 2015 hat das damalige russische Bauministerium die wichtige Arbeit des britannischen Ministeriums bezüglich der BIM-Anwendung anerkannt und entschieden, 25 Pilotprojekten in Russland zu starten. Hier drei davon:

  • das Krankenhaus in Krasnoyarsk (Sibirien);
  • das Schmerz- und Palliativzentrum in Kolpino in der Nähe von Sankt Petersburg;
  • die Erste-Hilfe-Einrichtung im Alexander City Krankenhaus in Sankt Petersburg.

Darüber hinaus haben die russischen Behörden beschlossen, ein einheitliches Klassifizierungssystem mit über 70.000 vorgefertigten Produkten und Baumaterialien zu schaffen.

Auch die akademische Welt ist bereits dabei, nach effizienteren digitalen Prozessen zu forschen. Die Universitäten in Russland haben in der Tat die BIM-Technologie schon in ihren Bildungsprogrammen aufgenommen.

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Die ersten Ergebnisse und Kenntnisse der Pilotprojekte haben dazu beigetragen, die russischen Baunormen zu überarbeiten und haben die Einführung der Methode BIM im Jahr 2017 ermöglicht.

In letzter Zeit hat das russische Ministerium das Beispiel des Vereinigten Königsreichs befolgt und BIM in den russischen Regierungsprojekten eingesetzt. Wesentliche Fortschritte wurden auch im Sinne eines nationalen BIM-Standards erzielt.

Russland setzt viel auf BIM, da es sich um eine effiziente Technologie handelt, welche potenzielle wirtschaftliche Einsparungen mit sich bringt, die dazu beitragen die eignen Kenntnisse ins Ausland zu exportieren und das Wirtschaftswachstum von seinen abhängigen Ländern fördern wird.

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Spartak Stadium Tusino,BIM-Projekt

Durch die wachsende Globalisierung, welche die unterschiedlichen Baumärkte nähergebracht und verbunden hat, haben einige der wichtigsten und am meisten fortgeschrittenen Organisationen Russlands den Weg von BIM bereits einschlagen können.

Das russische BIM-Lexikon gilt als Bezugspunkt für viele kaukasische Länder bzw. ehemalige Sowjetrepubliken. Da Russland die BIM Wende unterstützen kann und geographisch das größte Land der Welt ist, strebt es danach, sich auf globaler Ebene als führender BIM-Anbieter zu positionieren.