BIM-Management: das Common Data Environment (CDE) als Werkzeug zur Erfassung, Speicherung und Organisation von Daten und Informationen innerhalb eines BIM-Prozesses. Sehen wir, wie es funktioniert

Der Begriff Building Information Modeling (BIM) beschreibt den Prozess zur Erstellung und Verwaltung eines digitalen Modells, welches unterschiedliche Informationen eines bereits bestehenden Gebäudes (wie z.B. strukturelle, energetische, geometrische, anlagentechnische usw.) oder neue Gebäude in der Planungs-/Bauphase enthält.

Dieser Prozess erfordert ein spezifisches Werkzeug für das Management aller Informationen, dass von allen beteiligten Akteuren verwendet werden kann. Aus diesem Grund ist es notwendig, über eine Umgebung für den gemeinsamen Datenaustausch zu verfügen.

In vielen Ländern wird diese Umgebung als CDE (Common Data Environment) wie in von den britischen PAS 1192-Stanrds definiert, und übernommen, um die BIM-Interoperabilität bestmöglich zu nutzen.

Im Vereinigten Königreich wird beispielsweise der Regierungsbauplan die verbindliche Nutzung einer solchen kollaborativen BIM-Umgebung ab 2020 vorschreiben (mit Informationen über Projektressourcen in elektronischer Form), die während des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes anzuwenden ist.

Das CDE stellt außerdem, eine Mindestanforderung für das Erreichen von BIM-Level 3 bei allen nationalen öffentlichen Projekten dar. In diesem Zusammenhang möchten wir kurz die von der BIM Task Group definierten BIM-Reifegrade angeben:

  • Level 0 – 2D CAD-Zeichnungg;
  • Level 1 – 2D/3D CAD-Zeichnung;
  • Level 2 – BIM in der Planungs- und Bauphase, hauptsächlich für öffentliche Werke;
  • Level 3 – BIM für das Management des gesamten Lebenszyklus eines öffentlichen/privaten Gebäudes.
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BIM-Level im Vereinigten Königreich

Common Data Environment (CDE), worum handelt es sich

Die gemeinsame CDE-Datenumgebung ist das Werkzeug, für das Sammeln, Verwalten und Austauschen des Modells von nichtgrafischen Daten und der gesamten Dokumentation (d.h. alle in einer BIM-Umgebung erstellten Projektinformationen) zwischen allen Projektbeteiligen, um die Zusammenarbeit zu erleichtern und Doppelarbeit und Fehler zu vermeiden.

Die Identifizierung jeder Information des Autors innerhalb des CDE ist von grundlegender Bedeutung. Auf diese Weise weiß jeder, wer eine bestimmte Information produziert hat und welche Rolle diese im Prozess spielt. Die einzelnen Modelle, die von verschiedenen Projektmitglieder erstellt werden haben somit einen rechtmäßigen Inhaber und bleiben getrennt, sowohl diese jeweils mit ihrer eigenen Spezialisierung zur Realisierung des Gesamtmodells beitragen.

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BIM-Plattform

Dies bedeutet, dass die Verantwortlichkeiten der Autoren durch die Übernahme ihres Modells in das Verbundmodell nicht verändert werden.

Technische CDE-Standards

Diese Plattform für den Datenaustausch wurde zum ersten Mal in organischer und definierter Form in den britischen technischen Standards vorgeschlagen: Standards der PAS 1192-Serie, wo diese Common Data Environment benannt wurden.

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Funktionale CDE-Schemata

Das CDE muss folgende Anforderungen erfüllen:

  • Zugänglichkeit für alle Prozessbeteiligten nach festgelegten Regeln;
  • Rückverfolgbarkeit und historische Abfolge aller Änderungen der enthaltenen Daten;
  • Unterstützung einer Vielzahl von Typen und Formaten und deren Verarbeitung;
  • Hohe Abfrageflüsse und einfacher Zugriff, Wiederherstellung und Extrapolation von Daten (offene Datenaustauschprotokolle);
  • Erhaltung und Aktualisierung im Laufe der Zeit;
  • Gewährleistung der Vertraulichkeit und Sicherheit.

Status der Inhaltsverarbeitung

Für den Bearbeitungszustand sind vier Ebenen definiert:

  1. L0 – Verarbeitungs-/Aktualisierungsphase. Der Informationsinhalt befindet sich noch durch das Entwicklungsteam in der “Verarbeitungsphase“ und ist daher für andere Teilnehmer noch nicht verfügbar;
  2. L1 – Freigabephase. Obwohl der Informationsinhalt für einige Disziplinen vollständig ist, gilt dies nicht für alle Disziplinen und könnte daher noch der weiteren Entwicklung und Änderung unterliegen;
  3. L2 – Veröffentlichungsphase. Der Informationsinhalt ist endgültig, und obwohl dieser noch überarbeitet werden könnte, sollte keiner der Beteiligten das Bedürfnis/Interesse haben, neue Änderungen vorzunehmen;
  4. L3 –Archivierungsprozess. Kann sich weiterhin differenzieren: L3.V – archiviert aber immer noch „gültig“; L3.S – archiviert aber „überholt“.

Der Informationsfluss wird grafisch beschrieben, wobei die Entwicklung des Verarbeitungs- und Genehmigungszustands mit Hinweis der Phasen im Zusammenhang mit Kontrollen und Koordinationen hervorgehoben wird.

Gate und Genehmigungsstatus

Auch für den Genehmigungsstatus, das als Ergebnis des analogen Endprozesses jeder Phase dargestellt ist, werden vier Ebenen definiert:

  1. Zu genehmigen. In diesem Fall wurde der Informationsinhalt noch nicht den Genehmigungsprozess unterzogen;
  2. Genehmigt. Der Informationsinhalt hat den Genehmigungsprozess mit positivem Ergebnis durchlaufen;
  3. Genehmigt mit Kommentar. Obwohl das Genehmigungsverfahren bestanden wurde, wurden Unstimmigkeiten festgestellt, wobei zwangsläufig ein rechtzeitiger Eingriff erfordert ist, um für den vorgesehenen Zweck verwendbar zu sein;
  4. Nicht genehmigt. Der Genehmigungsprozess war erfolglos und erforderte eine gründliche Überarbeitung des Informationsinhalts.

Zu diesem Zweck ist für alle erstellten und entwickelten Modelle, ein Durchgang von zwei Bereichen, mittles Gate vorgesehen, d.h. eine Bewertungsphase, um die Anforderungen des Zielbereiches zu erfüllen.

Diese Gates sind in der britischen PAS eindeutig eingeführt.

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