Das BIM Im Vereinigten Königreich erreichte im Jahr 2016, Level 2 und das Ziel von Level 3 für das Jahr 2020 wird zunehmend konkreter. Was sind Reifegrade?

Heute, ist das Vereinigte Königreich eines der Länder, dass sicherlich in Europa mit der größten Verbreitung von BIM-Verfahren im Bereich von (AEC) (Architecture Engineering Construction) auf erster Stelle steht.

Ausgehend von der Nachkriegszeit hat sich die britische Regierung, mit dem Problem befasst, wie die Informationstechnologie im Bausektor genutzt werden konnte, um ihre Vorteile voll zu nutzen. Die englische Verwaltung hat das Plus dieser digitalen Revolution in der Tat sofort erkannt, die man aus der Optimierung von Prozessen, wirtschaftlichen Ressourcen, Timing und eine Beschränkung von Fehlern erreichen konnte, welche in Zusammenhang mit einer „schlechten Kommunikation“ der Bauprozess-Beteiligen zurückzuführen waren.

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Auch wenn seit dem Jahr 2002 das „UK Department of Trade and Industry“ die Verwendung von 2D- und 3D-CAD-Programmen förderte, gab es eine wesentliche Wendung im Jahr 2010 mit dem Programm “Digital Built Britain“, welches die Transformation des Bausektors in Richtung „BIM-orientied“ beschleunigte.

Dieses Programm wurde im Jahr 2011, durch wachsende Reifegrade, die von der Bim-task group definiert wurden, weiter detailliert:

  • Stufe 0 – 2D-CAD-Zeichnung
  • Stufe 1 – 2D/3D-CAD-Zeichnung
  • Stufe 2 – BIM in der Entwurfs- und Konstruktionsphase, hauptsächlich für öffentliche Arbeiten
  • Stufe 3 – BIM für die Verwaltung des gesamten Lebenszyklus eines öffentlichen/privaten Gebäudes.

Das Vorhaben der englischen BIM-Strategie durch die Programme der „Digital Built Britain 2011/2016“ und „Digital Built Britain – Stufe 3 2016/2020“ ermöglichten:

  • im Jahr 2016 die Stufe 2, dank rechtlicher Verpflichtung der BIM Verwendung in der Planung/Ausführung öffentlicher Arbeiten zu erreichen
  • für das Jahr 2020 sich das Ziel zu setzen, die 3 Stufe zu erreichen, welche angesichts der weit verbreiteten Nutzung von Technologien im öffentlichen und im privaten Sektor leichter erzielbar ist.

Die Fortschritte der englischen digitalen Revolution findet ein emblematisches Beispiel in der Verpflichtung ab Jahr 2011, BIM-Modelle, für jedes öffentliche Projekt und große Infrastrukturen einzuführen.

Diese Verpflichtung hat zu einer zunehmenden Verbreitung von BIM-Protokollen in britischen Bauunternehmen geführt, welche folgendes beinhalteten:

  • eine Beschleunigung für die Ausbildung von Fachleuten für den BIM-Einsatz
  • eine fortschreitende Nutzung von BIM-Prozessen und -Arbeitsweisen auch im privaten Bereich.

Das Programm 2016/2020 zielte darauf ab, die Bauwirtschaft in Großbritannien und den Ansatz der Managementmethoden neuer digitalen Technologien zu ändern, einschließlich die Möglichkeit Gebäude zu entwerfen sowie die Instandhaltung und Entsorgung zu gewährleisten. Die Transformation der englischen Bauwelt hat auch ermöglicht, Stadterneuerungsprogramme im Hinblick einer nachhaltigeren Stadtentwicklung zu fördern.

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Kurzgefasst, der Verlauf des BIMs in Großbritannien

2002 – Programm AVANTI

Das Programm AVANTI wurde von der britischen Regierung finanziert, um zu verstehen, wie neue Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Bausektor eingesetzt werden konnten. Ziel der Vertiefung war es, die Effizienz und Informationsqualität in Bauprojekten zu verbessern und den Austausch zu optimieren, um Probleme zu vermeiden, wie z.B. Unklarheiten in Bezug auf ihre Übertragung. Die Erwartungen waren:

  • 80% der Zeit zu reduzieren, welche benötigt wird, um Informationen innerhalb von Konstruktionsprozessen zu erhalten
  • 50% der Zeit zu reduzieren, welche für die Schätzung und Kontrolle der Kosten, insbesondere bei öffentlichen Arbeiten benötigt wird
  • 85% der Zeit zu reduzieren, welche zum Speichern und Ändern der Informationen benötigt wird, um verschiedene Ebenen/Layers (Anlagen, Strukturen, Architektur …) zu aktualisieren.

Das Programm AVANTI erwies sich als grundlegend für die Entwicklung neuer Protokolle.

2007 – Protokoll BS 1192:2007

Die Ergebnisse des Programms AVANTI wurden für die Formulierung der Normen BS 1192: 2007 verwendet, welche die Übertragung und den Datenaustausch in Konstruktionsprozessen kodifizierten.

Die BS 1192: 2007 standardisierte die Klassifizierung der Dateien, ihren Namen und Schritte die befolgt werden sollten, um die Kommunikation zwischen den verschiedenen Teambeteiligten zu optimieren. Diese Protokolle fanden jedoch wenig Verbreitung in Bauunternehmen, da diese nicht bereit waren sich der neuen Methode anzupassen.

2008 – Finanzkrise

Die Finanzkrise erschütterte das Vereinigte Königreich im Jahr 2008 und verursachte eine Rezession, welche fast zu einer Untergrabung des Bausektors führte.

Die einzige Möglichkeit für eine konkrete Erholung bestand darin, eine größere wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit des Bausektors, durch die Optimierung von Bauprozessen und Verwaltung des Lebenszyklus eines Gebäudes, sowie Einsatz technologischer Lösungen. Dies wurde auch durch das wachsende Bewusstsein direkter Folgen des Klimawandels, sowie der ökologischen Auswirkungen der veralteten Bausysteme wahrgenommen.

2010 – Digital Built Britain Programm “ein nachhaltiges Großbritannien aufbauen”

Die Nachhaltigkeit wurde eine starke Priorität in der Politik der britischen Regierung; es wurden nationale Ziele festgelegt wie:

  • Verringerung der CO2-Emissionen um 80% bis 2050
  • alle Neubauten im öffentlichen Sektor, innerhalb des Jahrs 2018 „ohne Umweltauswirkungen“
  • alle Neubauten im Privatsektor innerhalb vom Jahr 2019 „ohne Umweltauswirkungen“

Die einzige Möglichkeit, um diese Ziele zu erreichen, war die Bauwelt und die damit verbundenen Prozesse radikal zu verändern und diese nachhaltiger zu machen.

2011 – Die BIM-Strategie

Im März 2011 wurde von der BIM Task Group eine „BIM-Strategie“ veröffentlicht, welche aus Regeln bestand, mit denen die öffentliche Unternehmenspolitik, eine Unterstützung für die Einführung von BIM-Protokollen, durch Anreize und Beratungen zur Verfügung stellte. Im selben Jahr wurden von der britischen Regierung die „National Construction Strategy“ angenommen, welche festlegte, dass innerhalb des Jahres 2016 alle öffentlichen Bau- und Infrastrukturprojekte mit BIM-Technologien entwickelt werden sollten. Es basierte auf:

  • Schulungsprogramme für alle beteiligten Fachleute
  • einen öffentlichen Anreizplan für Unternehmen, die BIM-Protokolle einführten
  • die Einbeziehung in allen Ausschreibungen für öffentliche Arbeiten und Infrastrukturen, von BIM-Nutzung
  • ein Informations- und Werbeprogramm, dass nicht nur für Industrietechniker gedacht war, welches die Vorteile der Veränderungen darstellen sollte.

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2013 – Die PAS-Vorschriften 1192

Diese Vorschriften teilten Ziele, die zur Erreichung eines vollständig BIM-Oriented AEC-Sektors über 4 Reifegrade:

  • Stufe 0
  • Stufe 1
  • Stufe 2
  • Stufe 3
STUFE 0

Die Stufe 0 repräsentiert das Startlevel; es sieht den Einsatz von CAD-Programmen vor, die ausschließlich auf die Erstellung einzelner 2D-Zeichnungen abzielen. Es handelt sich, um die Passage, welche den allmählichen Ausstieg der „manuellen“ Papierzeichnung markiert und den Vorteil der Verwendung von Softwares für Grafikdesign/ -verarbeitung kennzeichnet. Auf dieser ersten Ebene werden die Projekte unter ausschließlicher Verwendung von 2D-CAD-Programmen entwickelt, die eine geringe Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Projektteilnehmer erfordern.

STUFE 1

Die Stufe 1 bezieht sich auf Projekte, die aus einer Mischung von 2D- und 3D-CAD-Zeichnungen entwickelt wurden, in denen, der Austausch von Dateninformationen digitalisiert wird.  Das 3D-Modell ist nur als Überprüfung und dreidimensionaler grafischen Darstellung der 2D-Zeichnungen verwendet, die mit CAD-Softwares erstellt wurden.

Das 3D-Modell ist Essenziell, es besteht aus voneinander getrennten Objekten ohne jegliche physikalische Eigenschaften, dessen einziger Zweck ist, dreidimensionale Ansichten zu erzeugen und diese realistisch darzustellen.

Die Informationsübermittlung erfolgt über ein „hierarchisches“ Modell in dem der General Contractor, Informationen mit anderen Teambeteiligten austauscht, obwohl die Kommunikation zwischen den einzelnen Teambeteiligten nicht angemessen ist. Die verschiedenen Fachleute, die am Konstruktionsprozess teilnehmen, generieren separate Entwurfsmodelle, welche nur in begrenzten und spezifischen Fällen interagieren.

STUFE 2

Die Stufe 2 bezieht sich auf „intelligente Projekte“, in denen jedes einzelne Objekt mit Daten und Merkmalen „angereichert“ wird, welche es ermöglichen, in einer 3D-BIM-Umgebung verwaltet zu werden, um das Verhalten des Gebäudes aus verschiedenen Blickwinkeln und in verschiedenen disziplinären Bereichen (thermisch, strukturell, funktional …) überwacht zu werden. Alle am Prozessbeteiligten sind in der Lage, über ein einziges BIM-Modell, Informationen zu kommunizieren und auszutauschen auf dem jeder die entsprechenden Informationen hochladen kann, so dass alle über die vorgenommenen Änderungen informiert sind. Die BIM-Prozesse, dieser Stufe sind hauptsächlich für Entwurfs- und Bauphasen des öffentlichen Bauwesens verwendet.

STUFE 3

Die Stufe 3 bezieht sich auf Projekte, die auf allen Ebenen unter allen Betreibern kollaborieren. Es besteht eine vollständige Integration aller Informationen in ein einziges 3D-BIM-Modell, in dem jeder auf Informationen zugreifen kann, um diese in Echtzeit austauschen. In dieser Phase verwendet man eine BIM-Plattform, auf die Teilnehmer zugreifen können, um Entwurfsänderungen auf verschiedenen „Autoritäts“ -Ebenen vorzunehmen. Die BIM-Plattformen beinhalten die Verwaltung von „Gates“, welche für die Beschreibung der Verfahren für die Revision/Validierung der Projektdokumentation in jeder Planungs- oder Ausführungsphase implementiert wird. Die BIM-Prozesse betreffen den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes einschließlich Management/Wartung und Entsorgung aus der Sicht des BLM Building Lifecycle Management.

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2016 – Erreichung der Stufe 2

Der Einsatz von BIM-Technologien ist im Bereich der öffentlichen Arbeiten und Infrastruktur im Jahr 2016 so weit verbreitet, dass Unternehmen diese auch im privaten Sektor einsetzten können. Im Jahr 2016 betrachtete die Regierung das Ziel der Stufe 2 erreicht, und verabschiedete die neue Strategie 2016/2020 mit dem Ziel der Stufe 3 für das Jahr 2020.

Digital Built Britain – Stufe 3 2016/2020

Der von der britischen Regierung angenommene Plan für 2016-2020 hat folgende Ziele:

  • die obligatorische Verwendung von BIM, während des gesamten Lebenszyklus eines öffentlichen Gebäudes
  • eine weit verbreitete Verwendung von BIM in der Entwurfs- und Ausführungsphase privater Gebäude
  • Nutzung aller Möglichkeiten von BIM in der Management- und Wartungsphase von Gebäuden.

Die zunehmende Vertrautheit die Unternehmen, Fachleute und Verwaltungen mit BIM erzielen, ermöglicht die Verbesserung und Erleichterung der Vorbereitung öffentlicher Ausschreibungen, sowie sich im privaten Bausektor zu etablieren.

Da Baufirmen, verpflichtet sind, diese Prozesse im öffentlichen Sektor anzuwenden, neigen sie zunehmend diese auch im privaten Bereich für kleinere Werke zu nutzen. Derzeit sind die Fortschritte so weit, dass man davon auszugehen kann, dass das Vereinigte Königreich die selbst gesteckten Ziele leicht erreichen wird.

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