BIM in Europa: Entdecken wir den ECSO-Bericht im europäischen Bausektor. Hier eine Analyse des Entwicklungsstandes der Digitalisierung

ECSO (European Construction Sector Observatory) hat den Bericht “Building Information Modelling in the EU construction sector” veröffentlicht, der sich auf die Leistung von BIM in Europa bezieht.

Dieser geht von der Bedeutung des BIM im Bauwesen und den potenziellen Vorteilen einer vollständigen Digitalisierung des AEC-Sektors aus, bis hin zur Analyse des Umsetzungsgrades für einige Mitgliedstaaten.

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Digitalisierung im europäischen Bausektor

Der Bausektor und seine damit verbundenen Aktivitäten haben einen starken Einfluss auf die wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklung eines Landes. Tatsächlich hat dieser in der EU im Jahr 2016, 18 Millionen Arbeitsplätze geschaffen und zu fast 9% des BIP beigetragen.

Die Wachstumsrate des Sektors ist jedoch viel geringer als in anderen Sektoren. Dies ist zum Teil auf die Schwierigkeiten des Bausektors zurückzuführen, digitale Innovationen anzunehmen, die zur Verbesserung der Produktivität und Rentabilität beitragen könnten.

Beispielsweise wird geschätzt, dass die Digitalisierung im Nichtwohnungsbau zu jährlichen Einsparungen von über einer halben Trillion Euro (eine Milliarde, Milliarden Euro) führen würde.

Angesichts der Bedeutung dieses Sektors hat die Europäische Kommission mehrere Aktivitäten zur Förderung der Digitalisierung im Bausektor (AEC) unterstützt, gefördert und entwickelt, darunter die EUBIM TaskGroup.

In diesem Zusammenhang ist es interessant zu beobachten, wie sich die Digitalisierung der Baubranche in ganz Europa entwickelt, welche zunehmend als potenzieller Wendepunkt erkannt wird. Die nordeuropäischen Länder haben den Weg für die Umsetzung von BIM geebnet und wurden nun langsam von den westeuropäischen Ländern erreicht, gefolgt schließlich von den osteuropäischen Ländern.

Overview-über die BIM-Richtlinien und Anforderungen

BIM in Europa: ECSO-Bericht über BIM im europäischen Bausektor

Der ECSO-Bericht untersucht die Umsetzung von BIM in der EU, analysiert Treiber, Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit ihrer Umsetzung und enthält Empfehlungen für politische Maßnahmen der EU zur Unterstützung und Förderung der BIM-Einführung.
Die Studie deckt nicht alle 28 EU-Länder ab, sondern analysiert eine repräsentative Stichprobe:

  • Dänemark für Nordeuropa;
  • Frankreich für Westeuropa;
  • Polen für Osteuropa.

Die BIM-Situation in Dänemark

Dänemark hat die BIM-Anforderungen seit 2007 in seine Gesetzgebung für das öffentliche Auftragswesen aufgenommen. Nach jahrzehntelanger Erfahrung ist es zu einem der führenden europäischen Länder, bei der Umsetzung von BIM geworden.

Im Jahr 2016 kannten 78% der dänischen Planungsbüros BIM und nutzten es, um 3D-Visualisierungen zu erstellen, Analysen der Energieeffizienz in Gebäuden durchzuführen und Planungsfehlern zu erkennen. Mehr als 30% gaben die BIM-Modelle an die Verantwortlichen des Gebäudemanagement weiter und zeigten, dass die Umsetzung des BIM auch die Bau- und Instandhaltungsphase (und nicht nur die Planungsphase) umfasst.

Die BIM-Situation in Frankreich

In Frankreich sind bei der BIM-Umsetzung erhebliche Fortschritte erzielt worden, insbesondere mit der Einführung des Umstellungsplan auf digitales Bauen (PTNB) im Jahr 2015, einem strategischen Plan zur Stärkung der Umsetzung des BIM.

Die Einführung von BIM erreichte 2017 in Frankreich 38%, während der Bekanntheitsgrad von BIM bei Unternehmen des Bau- und Immobiliensektors zwischen 2016 und 2017, von 22% auf 35% stieg.

Darüber hinaus haben 26% der Bauherren damit begonnen, BIM für die Projekterstellung einzuführen, obwohl nur 12% tatsächlich ein digitales Modell benötigen. In der Praxis führte dies allein im Jahr 2017 zum Bau von 500.000 Häusern mit BIM.

Es ist anzumerken, dass Frankreich das einzige Land ist, in dem die Akzeptanzrate von Ingenieuren (44%) geringfügig höher ist als die von Architekten (40%).

Die BIM-Situation in Polen

Polen befindet sich in einem frühen Stadium der BIM-Einführung, denn die polnische Regierung hat kürzlich Politiken und Instrumente eingeführt, um die BIM-Umsetzung in dessen Bausektor zu unterstützen.

Die BIM-Akzeptanzrate ist relativ niedrig. Nur 12% der Bauunternehmen setzen BIM in ihrer täglichen Arbeit ein.

Diese geringe Akzeptanzrate ist zum Teil auf die mangelnde Kenntnis der BIM-Vorteile, das Fehlen von (systematischen) BIM-Anforderungen in den Rechtsvorschriften für das öffentliche Auftragswesen und die hohen Kosten für die erstmalige BIM -Einführung zurückzuführen.

Die BIM-Implementierung auf dem polnischen Baumarkt hat jedoch ein starkes Potenzial der teilweise durch Neubauten (und nicht durch Renovierungsarbeiten) angetrieben wird.

 

 

Hier den ECSO-Bericht über BIM in Europa downloaden