Building Information Modeling oder Model? Was ist nach Eastman ein Virtuelles Modell? Die Geburt des BIM und seine ersten Entwicklungen

Der Begriff “Building Information Modeling” ist heutzutage sicherlich der am häufigsten verwendete Ausdruck für die Abkürzung „BIM“

BIM und Building Information “Modeling”

Das Akronym BIM hat im Laufe der Zeit einen intensiven Prozess der Evolution und Reifung durchlaufen, mit daraus resultiernder Änderung seiner Bedeutung.
Zum Beispiel wurden dem Buchstaben „M“ von BIM, zum Zweck einer besseren Charakterisierung, mit der Zeit unterschiedliche Bedeutungen zugeordnet. Die benutzten Worte sind:
• Model
• Modeling
• Management
Jedes dieser Worte wurde oft bei Gesprächen über virtuelle Gebäudemodelle, Bauprozesse, Organisation, Management, Prozessteuerung, Modelle und Informationen verwendet.

Heute ist der Begriff Modellierung der am häufigsten verwendet, da dieser den gesamten Bauprozess darstellt.
Daher bezieht sich Building Information Modeling, auf eine Reihe miteinander verbundener und voneinander abhängiger Prozesse und Werkzeuge, die auf der Verfügbarkeit digitaler Gebäudemodelle basieren und sowohl  integrierter- als auch dialogfähig sind.

BIM und Building Information “Model”

Mit dem Begriff Modell als „Prototyp“, kann man den innovativen Umfang des Ansatzes des BIM Entwurfs verstehen; das Konzept eines Prototyps, das formal in der Welt der Bauindustrie eingeführt wurde und unausweichlich die Realisierung verschiedener Arbeitsbeziehungen und Methoden für diejenigen zufolge hat, die an der Bauwirtschaft beteiligt sind.
Ein Prototyp wird also mit Hilfe digitaler Simulationen realer Komponenten realisiert, die in der Lage sind, sich aufeinander zu beziehen (sie haben tatsächlich ein  Verhalten) und weiter Informationen zusätzlich zu den einfachen geometrischen Daten zu übernehmen. Dies ermöglicht den Fachleuten eine sofortige gemeinsame Prüfung aller getroffenen Entscheidungen.

Für die Bauwelt ist dies eine völlig neue Arbeitsweise, während dieser Arbeitsmodus seit jeher eine Methodik für jeden produktiven Sektor darstellt (man denke zum Beispiel an die Automobili- oder Elektronikindustrie, Modebranche usw.), in der Tat werden Prototypen der Produkte erstellt, die zunehmend detailliert sind, um die Überprüfungen aller Entwurfsentscheidungen mittels dieser Prototypen zu ermöglichen.
Für die Bauindustrie war bis heute jede Schöpfung einzigartig und sozusagen ihr eigener Prototyp. Mit BIM Prozessen und Technologien ergab sich jedoch die Möglichkeit, virtuelle Gebäudemodelle zu erstellen. Die Bauwelt war nun den anderen produktiven Sektoren angeglichen worden.

Das virtuelle Modell nach Eastman

Eine erste virtuelle Modellbeschreibung eines Gebäudes wurde im Jahr 1974 von Charles M. Eastman veröffentlicht (heute anerkannt unter den weltweit führenden Experten). Es handelte sich um eine Forschungsarbeit, die an der Carnegie-Mellon University in Pittsburgh (USA) mit dem Titel “An outline of the building description system” entwickelt wurde.

Extrahiert von "An outline of the building description system"

Extrahiert von „An outline of the building description system“

So beginnt die BIM-Forschung; es wird ein „beschreibendes System des Gebäudes“ illustriert, das mittels der Aggregation von der 3D-Grafik-Elementen die Informationen sowohl der Geometrie als auch der Materialien, usw. enthalten kann.
In einer Kurzbeschreibung der Pubblikation von 1974 lesen wir:
“Ein Großteil der Planungs-, Bau- und Betriebskosten kommt aus der Verwendung von Zeichnungen, um Informationen zum Gebäude darzustellen. Als Alternative beschreibt dieses Dokument die Gestaltung eines Informatiksystems zum Zweck einer so detaillierten Speicherung und Manipulation von Projekt-Informationen, dass Entwurf, Konstruktion und Betriebsanalyse möglich sind. Das Gebäude wird als räumliche Zusammensetzung von Teilen betrachtet. Das System, das als Beschreibungssystem des Gebäudes (BDS) bekannt ist, wird dadurch gekennzeichnet, dass es:

  1. ein Mittel für eine einfache grafische Eingabe von beliebig komplexen Elementen ist;
  2. eine interaktive grafische Sprache ist, mit der man die Anordnung von Elementen konfigurieren und ändern kann;
  3. Grafikfunktionen im Papierformat hat, mit denen qualitativ hochwertige Perspektiven oder orthographische Zeichnungen erzeugt werden können;
  4. eine Funktion zum Sortieren und zur Schematisierung besitzt, welche eine Sortierung der Datenbank nach Attributen
    ermöglicht. Zum Beispiel eine Sortierung nach Art des Materials, Lieferant oder indem Datensätze für die Analyse komponiert werden“.

Das war das neue Szenario für die Bau-Welt!

Die Entwicklung von Software-Tools, die im Laufe der Zeit erfolgte, hat zu einer tatsächlichen Verfügbarkeit virtueller Modelle geführt; die zunehmend den Anforderungen der Produktion der Bauindustrie angepasst waren.

Heute ist der Wendepunkt dieser Vision klar.

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