Der Reforma Tower, ein modernes Gebäude in Mexiko-Stadt, wurde mit dem International Highrise Award 2018 als bester erdbebensicherer Hochhauspreis ausgezeichnet; ein Modell das Nachhaltigkeit, Ästhetik und gut strukturierte Innenräume kombiniert

Der “International Highrise Award 2018” für den besten erdbebensicheren Wolkenkratzer wurde von „Torre Reforma„, ein moderner Wolkenkratzer, gewonnen, der um ein Haus aus den 1930er Jahren im Herzen von Mexiko-Stadt realisiert wurde.

Der International Highrise Award in Frankfurt wurde nach einer Auswahl von über 1000 Projekten der ganzen Welt verliehen, die zwischen 2016 und 2018 realisiert wurden. Das Gebäude wurde von einer internationalen Jury einstimmig zum „innovativsten Wolkenkratzer der Welt“, vor allem dank seiner Nachhaltigkeit und Erdbebensicherheit, gewählt.

Torre-Reforma-obenansicht

 

Der mexikanische Architekt Benjamín Romano Entwerfer des Gebäudes, hat die Auszeichnung von der Stadt Frankfurt gemeinsam mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der DekaBank erhalten.

Zu bemerken, dass das Gebäude auch im Jahr 2017 bei den „Emporis Skyscraper Awards“ den zweiten Platz belegte.

Der im Jahr 2016 fertiggestellte erdbebensichere Wolkenkratzer befindet sich am Paseo de la Reforma in Mexico City, einer emblematischen Allee im Zentrum der mexikanischen Hauptstadt, wo sich die meisten Wolkenkratzer der Stadt befinden.

Torre-Reforma-Integration-Stadtumgebung

 

Innerhalb des 246 Meter hohen Turms mit seinen 57 Stockwerke, befinden sich hauptsächlich Büros, aber auch Gewerbebereiche und ein Panoramahörsaal. Der Reforma Tower ist derzeit der höchste Wolkenkratzer der Stadt, auch wenn dieser in Zukunft durch den 267 Meter hohen Mitikah-Turm, der sich noch im Bau befindet, übertroffen werden wird.

Jede Etage ist in 4 Abschnitte unterteilt, die jeweils in 4 Gruppen gegliedert sind, die insgesamt 14 Gruppen bilden und über einen Innengarten verfügen.

Die besondere Form des erdbebensichere Wolkenkratzers verschmälert sich nach oben steigend, um die Bauvorschriften der Stadt zu entsprechen, welche vorschreiben, dass ein Hochhaus nicht größer als die doppelte Breite der naheliegenden Straße sein darf.

Wenn ein Gebäude diesen Parameter überschreitet, muss der obere Teil versenkt oder verjüngt werden.

Torre-Reforma-Eingang

 

 

Die Frankfurter Stadträtin Ina Hartwig erklärte, dass der Reforma Tower sich besonders auszeichnet durch

“seine klare außergewöhnliche fast skulpturale Architektur und dreieckigen Grundriss. Das klare und intuitive Design ist eine beeindruckende Antwort auf lokale topografische Herausforderungen”.

Der Neubau verkörpert nicht nur die modernste Seele Mexikos, sondern integriert auch ein Bestandsgebäude aus den Dreißigerjahren, das entgegen ursprünglichen Pläne nicht abgerissen, sondern – mit viel Aufwand – zeitweise versetzt wurde.

Torre-Reforma-Ansicht-von-der-Straße

 

Das erdbebensichere Gebäude

Im Jahr 2017 wurde das neue Gebäude durch ein Erdbeben der Stärke 7,1 auf die Probe gestellt. Dutzende Gebäude der Mexiko-Stadt stürzten ein und viele Opfer wurden verursacht.

Die Frage die man sich stellte war: „Warum sind einige Gebäude eingestürzt, während andere scheinbar nicht vom Erdbeben getroffen wurden?“

Die Experten antworteten auf diese Frage, indem sie hervorgehoben haben, dass der Architekt Benjamín Romano die aztekischen Bautraditionen als Referenz nimmt und diese auf moderne Weise interpretiert. Dieses Verfahren ermöglichte ihm eine technologische Lösung zu erreichen, in der die massiven Betonaußenwände des Gebäudes „wie ein offenes Buch angeordnet“ sind.

Die Wände erreichen in der Tat eine Tiefe von 60 m. Außerdem wurde der Beton während der Bauphase sehr langsam gegossen, um bewusst „Nähte“ zwischen den Schichten zu erzeugen, die als Sollbruchstellen dienen und sicherstellen, dass das Gebäude auch bei einem starken Erdbeben intakt bleibt.

Torre-Reforma-Fassadendetail

 

Alle vier Stockwerke sind mit Fenster versehen, die im Vergleich zur Standardgröße, dreimal höher sind: Dieses System ist in der Lage, die seismische Energie abzuleiten, welche in Verbindung mit der Elastizität des Betons eine hohe Flexibilität der Wände gewährleistet. Laut den Architekten kann der erdbebensichere Wolkenkratzer 2.500 Jahre lang jede Arte seismischer Ereignissen wiederstehen.

Torre-Reforma-Laubengang-Terrasse

 

Benjamín Romero erläuterte nach der Verleihung des International Highrise Award 2018 (bestehend aus 50.000 Euro und einer Statuette des Künstlers Thomas Demand), dass dieses Projekt aufgrund der strukturellen, ökologischen und finanziellen Komplexität eine gemeinsame Herausforderung für Architekten, Ingenieure und Entwickler dargestellt habe.

„Ich bin überzeugt, dass eine angemessene Architektur die einzige Antwort auf Umweltkatastrophen ist. Diese ergibt sich aus der Notwendigkeit, nicht nur die Phantasie oder den ästhetischen Geschmack eines Menschendem zu berücksichtigen, sondern auch den Kontext und die Realität des Ortes“.

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