Professional Certification Program, Kompetenzen und BIM-Schulung auf internationalem Niveau

Professional Certification Program, Kompetenzen und BIM-Schulung auf internationalem Niveau

Die BIM-Verbreitung erfordert, dass man Konzepte und Terminologien teilt. buildingSMART bietet ein "Professional Certification Program": gemeinsam genutzte Fähigkeiten und Schulungsinhalte, auf internationaler Ebene geteilt

Die Notwendigkeit einer Verbesserung der Effizienz und Produktivität des Bausektors führt Fachleute und Unternehmen dazu, die BIM-Methodik anzuwenden, ebenso wie die öffentlichen Auftraggeber, die ihre Verwendung in nationalen und internationalen Ausschreibungen erfordern.

Es gibt jedoch noch einige Unklarheiten bei der Prozessdefinition und Teilen grundlegender Begriffe und Konzepte.

Aus diesen Gründen konsolidiert sich ein neuer, qualifizierterer und weiterentwickelter Markt. Es ist daher notwendig, eine Standardisierung von Verfahren und Terminologien sowie die Schaffung von Zertifizierungssystemen durchzuführen, welche die Kompetenzen der Beteiligten definiert.

Das “Professional Certification Program”, eine Initiative, die im September 2017 von buildingSMART International gestartet wurde, trägt dazu bei, gemeinsam genutzte Fähigkeiten und Schulungsinhalte auf internationaler Ebene zu definieren.

Worum handelt es sich bei "Professional Certification Program" von buildingSMART International?

Dank seiner anerkannten Rolle als international führendes Unternehmen bei der Entwicklung von openBIM-Standards bringt buildingSMART International Klarheit und Konsens bei der Definition und Anwendung der di openBIM-Prinzipien.

Mit dem "Professional Certification Program" ermöglicht bSI den Ausbildungseinrichtungen, die Schulung und Zertifizierung von Fachleuten auf der Grundlage eines standardisierten und international anerkannten Ausbildungs-Background (wie z. B. ISO 19650 usw.).

buildingSMART wird sich nicht direkt mit der Ausbildung beschäftigen, sondern Tätigkeiten ausführen wie z.B.:

  • Die Förderung und Vereinheitlichung der Schulungsinhalte;
  • Die Ausbildungseinrichtungen und dessen organisierte Kurse zu unterstützen und akkreditieren;
  • Die Anfrage, der Fachleute zu testen und zertifizieren.

Das Programm wurde in den letzten drei Jahren, dank den Einsatz Experter der ganzen Welt entwickelt. Die Arbeit wurde insbesondere vom "Professional Certification Committee" des bSI durchgeführt, einem internationalen Komitee, dass sich aus Vertretern von acht regionalen Chapters zusammensetzt wie: Kanada, Deutschland, Japan, Korea, Norwegen, Spanien, Schweiz, Vereinigtes Königreich und Irland und unter direkter Kontrolle des "Standard Commitee Executive".

Bild-1-workflow-bsi-Professional Certification Program

Das “Professional Certification Program” ist in zwei aufeinanderfolgenden und progressiven Ausbildungsstufen gegliedert (siehe nächstes Bild):

  • Die erste Stufe, “Individual Qualification” genannt, bietet eine konzeptionellere Ausbildung, um einen vollständigen, aktualisierten und gemeinsam genutzten Wissensrahmen für OpenBIM bereitzustellen. Dieses Bildungsniveau wurde als Grundlage einer (positiven) ähnlichen Erfahrung, im norwegischen Chapter von buildingSMART entwickelt.
  • Die zweite Stufe, "Professional Certification" genannt, wird operativer gestaltet und betrifft die Anwendung der openBIM-Prinzipien der Projektumgebung. Es werden auch Module der Aktivitäten vorgesehen, die von bestimmten Teilnehmer wie BIM-Manager, BIM-Koordinator usw. ausgeführt werden. Diese Phase die noch in Bearbeitung ist, wird voraussichtlich im Jahr 2020 marktreif sein.

Es wurde auch eine weiterführende Vertiefung in Betracht gezogen (eine dritte Ebene, Tertiary Education), welche jedoch außerhalb des Geltungsbereichs von bSI lag und deshalb bei der Strukturierung der Initiative nicht berücksichtigt wurden.

Zertifizierungsprogramm Professional Certification Program

Das Programm welches von den lokalen buildingSMART-Chapters verwaltet und validiert ist, sollte:

  1. Schulungsinhalte des von buildingSMART International erstellten Programms, mit den spezifischen Anforderungen der Region integrieren,
  2. Die Akkreditierungsanträge für Ausbildungseinrichtungen annehmen und diese bei der korrekten Kursgestaltung unterstützen,
  3. Genehmigungen erteilen, wenn die Bedingungen erfüllt sind.

Das aktuelle Ziel von buildingSMART International ist auf die erste Programmstufe ausgerichtet.

“Individual Qualification” des “Professional Certification Program”

Die Schulungsinhalte zur “Individual Qualification” sind in 7 Module gegliedert und im folgenden Bild dargestellt:

Schulungsinhalte Professional Certification Program

Das Basismodul, von bSI vordefiniert, ist ein unveränderbares Hauptmodul, und erstellt, um die Haupt-Requisiten zur Schulung des openBIM zu liefern.

Auch für die verbleibenden bSI-Module wurden die grundlegenden Inhalte bereitgestellt. Letztere könnten jedoch von den verschiedenen lokalen buildingSMART-Chapters integriert werden, um Besonderheiten der verschiedenen Regionen und Länder zu berücksichtigen.

Bei der Gestaltung der einzelnen Module, startete die bSI mit einer präventiven Festlegung der Ausbildungsziele, welche das Modul selbst, erreichen sollte.

Das sogenannte LOF (Learning Outcome Framework), eine Art Zielliste für jedes Modul, stellen daher eine Grundlage dar, aus denen die Ausbildungseinrichtungen, zum entwickeln ihrer Kurse starten sollten.

Es ist vorgesehen, dass jedes Modul mindestens 25 bis maximal 30 Module haben sollten. Insbesondere das Basismodul zeichnet sich durch die folgenden 28 Ziele aus:

  • 1 Verstehen, was BIM ist, warum es notwendig ist, und dessen spezifische Terminologie erkennen.
    • 1.1 Driver definieren, die zu BIM geführt haben;
    • 1.2 BIM definieren;
    • 1.3 Identifizierung und Definierung der wichtigsten BIM-Terminologien;
    • 1.4 BIM-Reifegrade definieren;
    • 1.5 Definieren was ein Informationsmodell darstellt.
  • 2 Die Vorteile von BIM im Vergleich zu traditionellen Projektbereitstellungen, erkennen.
    • 2.1 Erkennen, warum kollaborative und neue Arbeitsmethoden erforderlich sind;
    • 2.2 Auswirkungen eines schlechten Managements von Projektinformationen, identifizieren;
    • 2.3 Die entwickelten Standards identifizieren, um falsche Informationen zu verhindern;
    • 2.4 Vorteile von BIM für Baufachleute, ermitteln;
    • 2.5 Vorteile der BIM-Übernahme für den Kunden, bei Wartung und Instandhaltung.
  • 3 Verstehen wie der Entwicklungszyklus der Projektinformationen (Schlüsselbegriffe); insbesondere wie Projektinformationen spezifiziert, produziert, ausgetauscht und gepflegt werden können.
    • 3.1 Erkennen, warum Arbeitgeber ihre Anforderungen klar definieren müssen (EIR);
    • 3.2 Erkennen, dass die Lieferkette, einen Durchführungsplan für das BIM aufs Projekt vereinbaren sollte;
    • 3.3 Erkennen, warum der kohärente Informationsaustausch notwendig ist;
    • 3.4 die wichtigsten Elemente und Vorteile der Verwendung einer Plattform für kollaborativen Austausch (CDE), ermitteln;
    • 3.5 Erkennen, warum klar definierte Verantwortlichkeiten erforderlich sind;
    • 3.6 Die Notwendigkeit erkennen, potenzielle Mitglieder der Lieferkette vor der Ernennung zu bewerten.
  • 4 Bedarf an offenen und interoperablen Lösungen erkennen.
    • 4.1 Die buildingSMART-Community definieren;
    • 4.2 Das openBIM und dessen Vorteile gegenüber Verwendung proprietärer Produkte und Systeme definieren;
    • 4.3 Erkennen worum es sich bei IFC und dessen Vorteile handelt;
    • 4.4 Erkennen worum es sich bei MDV und dessen Vorteile handelt;
    • 4.5 Erkennen worum es sich bei IDM und dessen Vorteile handelt;
    • 4.6 Erkennen worum es sich bei bSDD und dessen Vorteile handelt;
    • 4.7 Erkennen worum es sich bei BCF und dessen Vorteile handelt.
  • 5 Die Fähigkeit identifizieren, einer Organisation, mit BIM zu arbeiten.
    • 5.1 potenzielle Vorteile eines Unternehmens bei der BIM-Einführung, erkennen;
    • 5.2 Faktoren, die den BIM-Reifegrad einer Organisation bestimmen, identifizieren;
    • 5.3 Erkennen, warum die BIM-Einführung mit den Unternehmenszielen ausgerichtet werden sollte;
    • 5.4 Vorteile und Herausforderungen bei der BIM-Einführung, ermitteln;
    • 5.5 Informationen über Auswirkungen auf die Datensicherheit der BIM-Einführung, erkennen.

Für jedes LOF wird eine Datenbank mit 150 Fragen erstellt, aus der 25 zufällig extrahiert werden, die für die Erstellung von Prüfungen und die endgültige Validierung verwendet werden.

Nach Teilnahme-Abschluss, an einem frei von bSI zugelassenen Kurs welche von einer autorisierten Ausbildungseinrichtung zur Verfügung gestellt wurde, kann nach Wunsch eine Bewertungsprüfung ablegt werden.

Diese Prüfung findet, online, mit Multiple-Choice-Fragen auf der Moodle-Plattform statt, welche direkt von buildingSMART verwaltet ist.

Das Ergebnis wird in Echtzeit mitgeteilt, und beim Bestehen des Tests, erhält der Kandidat ein digitales Zertifikat mit Namen, Übungsstelle, eindeutigen ID, Datum usw., welches gedruckt oder digital geteilt werden kann.

Professional Certification Program Zertifikat

Das Programm wird von den verschiedenen lokalen buildingSMART-Chapters, derzeit nur in einigen Ländern angeboten, die auf der bSI-Website aufgeführt sind, darunter (in Europa) Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Norwegen.

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