Hier ein Leitfaden für einen Spielplatz-Entwurf mit allgemeinen europäischen Vorschriften, einem praktischen Beispiel, DWG-Dateien und 3D-BIM-Modell zum Download

Der Spielplatz-Entwurf ermöglicht es, in die Neugestaltung von Stadtgebieten einzugreifen, die oft ohne klare architektonische und funktionale Konnotation sind, oder Bereiche innerhalb grüner Parks auszustatten. Die Formen und Typologien können vielfältig sein und ermöglichen ausgehend von einfachen und traditionellen Konzepten bis hin zur Schaffung von artikulierten, innovativen und integrativen Räumen zu gehen.

In diesem Fokus bieten wir ein Beispiel mit 3D-Modell und DWG-Dateien zum Download, das als Entwurfsanleitung nützlich sein könnte.

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3D-Ansicht eines Kinderspielplatzes

Spielplatz-Entwurf: Allgemeine Aspekte

Ein Spielplatz ist ein ausgestatteter Bereich, der Freizeit und Sport von Kindern verschiedener Altersgruppen gewidmet ist. Es kann an Orten eingesetzt werden, um Kinder zu unterhalten: wie öffentlichen Parks, Schulhöfen, Einkaufszentren, Restaurants, Badeanstalten, Sportzentren usw.

Normalerweise ermöglicht die Gestaltung eines Spielplatzes eine große Entwurfsfreiheit und Kreativität. In dieser ausführlichen Vertiefung werden wir versuchen, einige Tipps und Informationen zu systematisieren, um eventuelle Projektfehler zu vermeiden und den kreativen Prozess zu erleichtern und inspirieren.

Die Auswahl des Standorts

Die Auswahl des Standortes ist der erste Schritt für die Gestaltung eines Spielplatzes.

Es ist zu bevorzugen, den Spielplatz an einem Ort ohne Gefahren, Störungen und Verschmutzungsquellen zu platzieren, das windgeschützt ist und über Beschattungen verfügt, um auch in den Sommermonaten nutzbar zu sein.

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Gestaltung eines Spielplatzes und Standortwahl

Der Boden sollte frei von Regenwasserstaupunkten sein, um dessen Verwendung unter Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen zu gewährleisten. Man sollte die Wahl auch gemäß der Vegetation in der Nähe des Spielplatzes treffen: Es sollten Pflanzen vermieden werden die Allergien auslösen könnten oder die Wurzeln, Blüten, Blätter und giftige Beeren aufweisen.

Der Bereich sollte für jeden zugänglich sein, sich in der Nähe von Parkplätzen für Fahrzeuge befinden sowie für Rettungsfahrzeuge leicht zugänglich sein.

Spielplatz-Entwurf: Organisation der Räume

In allen Phasen, von der Planung bis zur Umsetzung, sollte man immer beachten, dass ein Kinderspielplatz eine anregende, interaktive, multifunktionale und sichere Umgebung ist.

Ein kompletter Spielplatz könnte über Bereiche verfügen für:

  • Spiele
  • Erwachsene
  • Aufenthalt
  • Erfrischung
  • Grün und natürliche Elemente (wie z.B. Bäume, Wasser, ausgestattete Wiese usw.)
  • Sozialisation
  • Sport und körperliche Aktivität.

Alle Bereiche müssen den Anforderungen der europäischen Vorschriften entsprechen (siehe unten) mit geeigneten Materialien und zertifizierten Geräten.

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Definition der Räume eines Spielplatzes

Spielgeräte

Der Spielbereich ist das Herzstück eines Kinderparks. Die Spielgeräte sollten zunehmend stimulierend sein, damit die Kinder dazu ermutigt werden, das Haus zu verlassen, um Gruppenspiele anstelle von virtuellen Spielen und Fernsehen zu bevorzugen.

Spielgeräte können wie folgt klassifiziert werden:

Multifunktionsspiele: modulare Kombination verschiedener Plattformen und Spielelemente wie Laufstege, Rutschen, Netze, Kletterwände und Kletterrohre.

  • Klassische Spiele: Schaukeln, Häuser und Rutschen;
  • Dynamische Spiele: ermöglichen Schwingungsbewegungen, Verschiebungen oder Steuerung von Gleichgewicht, Höhe und Geschwindigkeit;
  • Themenspiele: Diese sind Spiele, die fabelhafte Szenarien nachbilden für Kinder im Alter von 2 bis 8 Jahren gedacht sind, das einen Spielplatz in ein Freilichttheater umwandeln;
  • Lernspiele: Erhöhen die kognitiven und sensorischen Fähigkeiten der Kinder und umfassen eine Vielzahl von interaktiven Elementen, Sandkästen und Bodenspiele;
  • Balance- und Kletterspiele: Diese umfassen verschiedene Elemente, welche die Beweglichkeit, das Gleichgewicht und die Fähigkeit zur Konzentration und Koordination der Bewegungen anregen.

Um die Spielflächen geeignet zu dimensionieren, sollte man immer den minimalen Nutzraum gewährleisten. Dieser wird durch die Geräte welche den Platz belegen und den Frei- und Fallraum berechnet. Der Fallraum muss mindestens 1,5 m von der Basis des Geräts liegen wobei die Höhe nicht 3 Meter überschreiten darf und mit 30 cm Kies, Pflaster oder zertifiziertem Material gegen Trauma versehen sein muss.

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Gestaltung eines Spielplatzes: Spielgeräte

Darüber hinaus, sollte man für alle Geräte sicherstellen, dass die überstehenden Schraubengewinde immer abgedeckt und alle Schweißnähte sorgfältig geschliffen sind. Bei der Materialienauswahl muss besondere Aufmerksamkeit auf Risiken im Zusammenhang mit Einklemmen von Kopf, Gliedmaßen und Kleidung gegeben werden.

Materialauswahl

Die Wahl des Bodenbelags ist ein wichtiger Kernpunkt bei der Gestaltung und Umsetzung dieser Flächentypologie.

Der Bodenbelag von Spielplätzen muss der europäischen Norm EN1177 entsprechen, in der die Anforderungen für die Auswahl des am besten geeigneten Bodens festgelegt ist. Diese Norm nimmt als Referenz die Fallhöhe die sich aus den Eigenschaften der vom Hersteller zertifizierten Spielplatzgerätes ergibt. Ein Anti-Trauma und Sturzsicherer Boden ist stets ein sehr wichtiges Element für die Sicherheit eines Spielplatzes.

Man findet auf dem Markt, verschiedene Arten von Anti-Trauma-Böden in verschiedenen Materialien:

  • Kies;
  • Sand;
  • Rinde;
  • Hackschnitzel;
  • Wabe;
  • elastische Platten;
  • Gussgummi.

Für andere Materialien gibt es keine einschränkenden Vorschriften. Es ist empfehlenswert, Materialien zu bevorzugen, die langlebig, nachhaltig, für den Außenbereich (Rutschfestigkeit, Frostschutz usw.) und für die mikroklimatischen Bedingungen des Ortes geeignet sind.

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Fotorealistisches Rendering mit Hervorhebung der gewählten Materialien (mit Edificius realisiert)

Inklusive Spielplätze

Bei einer eingehenden Vertiefung der Spielplatzgestaltung, sollte man sich auch mit inklusive Parks befassen.

Inklusive Parks sind ausgestattete Bereiche, in denen Kinder mit körperlichen oder sensorischen Behinderungen oder mit temporären Bewegungsproblemen, zusammen mit allen anderen sicher spielen und Spaß haben können. Sie werden „Inklusive Parks“ benannt, um zu betonten und unterstreichen, dass diese Bereiche und Spiele nicht nur von Menschen mit Behinderungen, sondern von allen Kindern mit jeden möglichen körperlichen und geistigen Fähigkeiten genutzt werden können.

Unter „Inklusive Spiele“ werden Geräte identifiziert, die von einer Vielzahl von Benutzern, ohne spezielle Anpassungen und Sonderanfertigungen verwendet werden können.

Europäische Gesetzgebung für die korrekte Gestaltung eines Spielplatzes

Bei der Planung eines Spielplatzes sollten mindestens zwei grundlegende Annahmen berücksichtigt werden:

  1. Die Spiele müssen genehmigt sein und der Norm EN 1176 entsprechen;
  2. Die Oberfläche auf der die Spiele installiert werden, muss der Norm EN 1177 entsprechen.

Klicken Sie hier, um auf die Website der Europäischen Normen zuzugreifen und die neuen Normen EN 1176 und EN 1177 zu erwerben

Wie bereits behandelt, zielt die Norm EN 1176 darauf ab, allgemeine Sicherheitsanforderungen für Spielgeräte festzulegen; die Norm EN 1177 legt Mindestanforderungen für jede Art von Spielflächenbeschichtung für Kinder fest, um die Auswirkungen von Stürzen zu mindern.

Spielplatz-Entwurf: Hier ein praktisches Beispiel

Der vorgeschlagene Spielplatz erstreckt sich auf eine Fläche von 3.000 m² in einem großen, vorhandenen Grünpark.

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Der Bereich ist durch einen Grüngürtel begrenzt, welcher als visueller und akustischer Schutz dient. Der Zugang zum Gelände erfolgt über eine kreisförmige mit Cortenstahl verkleidet Struktur.

Das gesamte Gebiet zeichnet sich durch das Vorhandensein von multifunktionalen und kreativen Spielen aus, die zur Unterhaltung von Kindern verschiedener Altersgruppen und mit unterschiedlichen motorischen Möglichkeiten.

In der Reihenfolge finden wir die Plattform mit dem Baumhaus, erreichbar über eine Fußgängerrampe, das Labyrinth, den Wasserspiegel, die klassischen Spiele (Schaukeln, Rutschen, Häuser, Federspiele, Klettergerüste usw.) und Wiesen auf hügeligen Ebenen. Zusätzlich zu den Spielen findet man auch einen Erfrischungsbereich für Erwachsene mit einem Kiosk der mit Tischen und Stühlen versehen ist.

Fast 2 Meter hohe farbige Zahlen machen die Umgebung spielerisch und die verschiedenen Bereiche identifizierbar: Es wurde auch einen Brunnen mit Trinkwasser, schattige Sitzgelegenheiten, üppige Vegetation und Holzstrukturen zum Sitzen, Liegen oder zum Spielen geplant.

Alle Projektentscheidungen wurden getroffen, um einen kontinuierlichen Kontakt der Kinder mit natürlichen Elementen wie Rasen, Bäumen und Wasser zu fördern.

Die für das Projekt gewählten Materialien sind: Behauene Steine für Wand- und Sockelmauerverkleidungen, bedruckter Beton für die Pfade, Holz und Anti-Trauma-Gummi für die Spielzone und viele Grünflächen.

Download der Beispieldatei in DWG

Hier sofort zum kostenlosen Download bereitgestellt: alle Projektunterlagen in DWG-Format und das 3D-Modell des Projekts eines Kinderspielplatzes, das mit einer BIM-Software für den architektonischen Entwurf realisiert wurde.

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Erstellung der Pläne mit Edificius

 

Pläne in DWG und 3D-BIM-Modell des Projekts

 

Download 3D-BIM-Modell (edf.Datei) des Projekts

Download aller Pläne in DWG-Format des Projekts