Stilisiertes Rendering des Wohnbereichs mit dem Trockenbau-Decken-Projekt

Eine Trockenbau-Decke gestalten: der technische Focus

Arten, Materialien, Vorteile und Anforderungen: Hier alles um eine Trockenbau-Decke zu gestalten mit einem Video und Beispiel zum Download


Einer der letzten Schritte des architektonischen Projekts ist die Konzeption der Trockenbau-Decke nicht nur als dekoratives Element. In diesem Fokus sehen wir, wie man Eine gestaltet, die verschiedenen Arten, die ästhetischen und funktionalen Vorteile und ein praktisches Beispiel als kreativer Anhaltspunkt für weitere Projekte.

Rendering eines Wohnbereichs mit einem Trockenbau-Decke-Projekt

Projekt einer Trockenbau-Decke | Wohnbereich

Vorwort

Wie oft hat man in einem Wohn- oder Geschäftsraum das Gefühl, als würde etwas fehlen, dass Möbel im Raum wahllos angeordnet sind oder dass die Beleuchtung die Räume nicht ausreichend charakterisiert.

Das bedeutet nicht, dass bei einem Innenarchitektur-Projekt die Gestaltung von Trockenbau-Decken ein unverzichtbarer Schritt ist, aber zweifellos ist es nützlich für:

  • Eine neue Raumanordnung;
  • Die Hervorhebung der Ausrichtungen und Ansichten des Grundrisses;
  • Die Neugestaltung der bestehenden Umgebungen, ohne mit umfangreicheren Bauarbeiten eingreifen zu müssen;
  • Die Realisierung von szenischer Beleuchtung der Umgebungen, Einrichtungsgegenstände und architektonischen Elemente.

Gestaltung einer Trockenbau-Decke: die gängigsten Arten

Die Trockenbau-Decke ist ein zunehmend verbreitetes Bauelement, welches grundlegend für die Gestaltung von Räumen die zu technischen und kommerziellen Zwecken bestimmt sind. Diese werden dennoch immer mehr auch für Wohnzwecke angewandt.

Um eine Trockenbau-Decke angemessen zu gestalten, ist es zunächst notwendig, die verschiedenen Arten auf dem Markt zu kennen.

Eine Trockenbau-Decke kann anhand der Art der Konstruktion und der Art der verwendeten Paneele klassifiziert werden. Abhängig von der Art der Konstruktion kann man folgendes unterscheiden.

  • Deckenbekleidung | Diese besteht aus einer Metall- oder Holzunterkonstruktion und wird direkt an der Rohdecke befestigt. Somit entsteht einen Hohlraum von nur geringer Höhe.
  • Abgehängte Decken | Hier ist die Metall- oder Holzkonstruktion der Unterdecke über Abhänger mit der Rohdecke bzw. mit deren Balken oder Trägern verbunden. Die Raumhöhe wird dadurch reguliert und Unebenheiten der darüberliegenden Decke sind so leicht auszugleichen.
  • Freitragende Decken| Die Unterkonstruktion wird dabei ausschließlich an den Seitenwänden befestigt und ist nicht mit der darüberliegenden Rohdecke verbunden. Hier kommen stets Metallprofile zum Einsatz, weil diese gegenüber Holzkonstruktionen über ein geringeres Gewicht verfügen.

Je nach Wahl der Anschlussfugen und der Tatsache ob die Trockenbau-Decken geschlossen, offen, abnehmbar oder nicht sind, kann die Unterkonstruktion sichtbar, teilweise oder vollständig verdeckt sein.

Paneele von abgehängten Decken bestehen in der Regel aus Gipskartonplatten, Steinwolle oder anderen Dämmstoffen, die je nach Gestaltungsanforderungen ausgewählt werden können. Auch innovativere Lösungen sind möglich, wie z.B. Paneele die:

  • optimiert für die thermische und akustische Regulierung;
  • feuchtigkeitsbeständig;
  • modular;
  • schalldämmend;
  • mit Holzlamellen oder Holzpaneelen;
  • mit integrierter Beleuchtung;
  • mit individuell gestaltbaren Hintergrundbeleuchtungen;
  • in einer speziellen, reißfesten und wasserdichten Polymerfolie (Spanndecke), entwickelt sind.

Nützliche Tipps zur Gestaltung einer Trockenbau-Decke

Bei der Planung einer Trockenbau-Decke ist es wichtig, die lichte Raumhöhe zu berücksichtigen.

Die Mindestraumhöhe ist in Deutschland in den Bauordnungen der jeweiligen Länder festgelegt und beträgt in den meisten Bundesländer:

  • 2,40 m für Wohn- und Aufenthaltsräumen (die Vorschriften reichen aber von 2,20 m bis 2,50 m). In kleinen Wohngebäuden sowie in Dachgeschossen sind Ausnahmen zugelassen. In Dachräumen darf die Raumhöhe oft darunterliegen.

Daher ist es unerlässlich, dass die lichte Höhe des Raumes, den Einbau einer Trockenbau-Decke zulässt.

Grundriss eines Wohnbereichs mit Trockenbau-Dekcen-Projekt

Trockenbau-Decke | Grundriss

Sollte die lichte Raumhöhe unzureichend sein, kann eine Teilabhängung als gestalterische Lösung in Betracht gezogen werden. Generell ist es immer ratsam, vor allem in großen Räumen, die lichte Höhe von 2,40 m nicht zu unterschreiten, sowohl aus regulatorischen Gründen als um die richtigen Proportionen von Breite, Länge und Höhe der Räume zu beachten. Gleiches für schmale, aber sehr hohe Räume: hier ist es empfehlenswert, diese abzuhängen, um eine unverhältnismäßige Wirkung zu vermeiden (ein kleiner und hoher Raum würde noch schmaler wahrgenommen werden).

Vorteile und Anforderungen

Wie in der Einleitung erwähnt, garantiert die Gestaltung einer Trockenbau-Decke sowohl technische und funktionale als auch ästhetische Vorteile. Zum Beispiel:

  • Diese tragen, zur akustischen und thermischen Isolierung der Umgebung bei;
  • Sie ermöglichen das Unterbingen von Kabeln, Rohre, Heizungs- und Klimaanlagen;
  • Sie ermöglichen den Einsatz verschiedener Beleuchtungsarten, einschließlich Einbauleuchten;
  • Sie helfen, Umgebungen neu zu proportionieren;
  • Sie ermöglichen, ohne umfangreiche Sanierungsarbeiten, Aussehen und Nutzung erheblich zu ändern;
  • Ein sicherer und wirtschaftlicher Werkstoff;
  • Große Gestaltungsfreiheit.

In Europa müssen Trockenbau-Decken die Anforderungen der CE-Kennzeichnung (DIN EN 13964:2014 Unterdecken – Anforderungen und Prüfverfahren) entsprechen, und zwar:

  • Sicherheit im Brandfall (Brandverhalten und Feuerbeständigkeit);
  • Mechanische Festigkeit und Stabilität tragender Bauteile (Tragfähigkeit und Biegefestigkeit der Unterkonstruktion);
  • Akustik (Schalldämmung und Schallabsorption);
  • Wärmedämmung;
  • Hygiene, Gesundheit und Umwelt (keine Freisetzung von Formaldehyd und/oder anderen gefährlichen Stoffen, keine Freisetzung von Asbest).

Wärme- und Schalldämmung mit einer Trockenbau-Decke

Eingriffe in die Wärmedämmung und thermoakustische Verbesserung außerhalb eines Gebäudes, sind aufgrund von Betriebsschwierigkeiten und übermäßiger wirtschaftlicher Belastung durch die Beschaffenheit der Gebäude, Art der Arbeiten und Installationen nicht immer möglich oder sinnvoll.

In diesen Fällen ist es möglich, direkt aus dem Inneren des Gebäudes einzugreifen durch den Einbau von wärmeisolierenden oder schallabsorbierenden Trockenbau-Decken. Der Hohlraum, der bei der Konstruktion einer abgehängten Decke entsteht, kann tatsächlich für die Montage von Paneelen zur Wärme- oder Schalldämmung genutzt werden.

Derzeit ist es mit der neuesten Generation von Platten möglich, ein überzeugendes Verhältnis zwischen Qualität und Kosteneffizienz des Eingriffes zu erreichen.

Beide Funktionen (Wärme- und Schalldämmung) können auch von derselben Platte oder von gekoppelten Platten übernommen werden, die miteinander arbeiten. Um die Art des Plattenmaterials und die am besten geeignete Dicke zu wählen, ist es immer ratsam, eine thermische Analyse durchzuführen, die alle Parameter berücksichtigt, aus denen sich die Trockenbau-Decke zusammensetzt und den klimatischen Bedingungen sowohl der äußeren als auch der inneren Umgebung ergeben. Mit dieser Überprüfung können Feuchtigkeit und Kondensation in der Unterdecke sowie die Optimierung der Dicke der zu verwendenden Platte überprüft werden.

Für die akustische Verbesserung von Räumen, die für bestimmte Funktionen vorgesehen sind, gibt es speziell konstruierte Platten, die im Hohlraum zwischen Boden und Gipskartonplatte verhindern, dass der Boden und die abgehängte Decke mit gleicher Frequenz vibrieren und Geräusche ausbreiten. Der Zwischenraum könnte sich, wenn nicht richtig geplant, wie ein Resonanzkörper verhalten und die Vibrationen verstärken.

Lichtplanung

Neben der großen Möglichkeit, die Decke mit geschwungenen und kreativen Formen zu gestalten oder geradlinige Geometrien und Perspektiven zu folgen, ermöglicht der Entwurf einer Trockenbau-Decke, eines der grundlegenden Elemente der Architektur, das Licht, mit großer Freiheit und Originalität zu integrieren.

„Lichtplanung“ bedeutet nicht nur, rein lichttechnischen Aspekte zu steuern, sondern auch die Reflexion und Brechung von Licht auf Materialien vorherzusehen, sich Highlights vorzustellen und die Art der Beleuchtung (kalt, warm, indirekt, diffus, punktuell usw.) zu wählen im Einklang mit unserem ursprünglichen Designkonzept.

Es ist daher notwendig, die ganze Erfahrung und Vorstellungskraft zu nutzen.

Grundsätzlich kann die Beleuchtung durch, in die Trockenbau-Decke eingelassene Strahler, Pendelleuchten, Lichtschlitze, Schattenfugen und indirekte Beleuchtung mit LED Stripes erfolgen. Ein eindrucksvoller Effekt kann durch den Einsatz von indirektem Licht erzielt werden.

Wenn man indirektes Licht einsetzt, sollte die richtige Dimensionierung des Raumes zwischen den Begrenzungswänden und Lichtvouten und die korrekte Kalibrierung der Lichtstärke von Spots oder LED-Streifen beachtet werden. Das Licht kann zur Decke oder auf die darunter liegende Wand gerichtet werden. Je nach Fall wird die Decke oder Wand zum Träger des Lichts, was ein Gefühl der Offenheit und Erweiterung der Räume erzeugt.

Verschiedene Beleuchtungssysteme können auch im selben Raum kombiniert werden. Je nachdem, welchen Effekt wir erzielen wollen, ist es möglich, Spots mit indirektem Licht oder mit Pendelleuchten zu kombinieren. Diese könnten getrennt gesteuert werden, je nach Stimmung die man dem Raum verleihen möchte.

Schnitt-Detail der indirekten Beleuchtung

Indirekte Beleuchtung | Schema

Es gibt keine Standartmaße oder -Werte, um indirektes Licht einzusetzen. Es können jedoch Empfehlungswerte angegeben werden.

Grundsätzlich ist es ratsam, die Deckenhöhe um ca. 20-30 cm zu senken und eine Breite von 15-30cm für die Lichtvoute zu wählen und mindestens 15 cm vertikalen Raum zwischen Lichtvoute und Decke zu haben, um sicherzustellen, dass das Licht den Raum ausreichend ausleuchten kann (wie in der Abbildung dargestellt).

Projekt einer Trockenbau-Decke: ein praktisches Beispiel

Um das Thema der Trockenbau-Decke zu vertiefen, schlagen wir ein Projekt vor, das mit einer BIM-Software realisiert wurde, welches als Designhinweis verwendet werden kann.

Ausgehend von einem bereits definierten Wohnumfeld nehmen wir an, dass wir die Räume durch eine Trockenbau-Decke, neugestalten wollen. Der Raum besteht aus einem großen Wohnbereich, der durch eine große Öffnung mit der Küche verbunden ist.

Detail-Schema einer Trockenbaudecke, Ansicht von oben

Schema einer Trockenbau-Decke | Ansicht von oben

Ziel des Projekts ist es, die beiden Räume (Küche und Wohnbereich) optisch zu verbinden und Platz für LEDs und Strahlern zu schaffen.

In diesem praktischen Beispiel wählen wir, eine Absenkung von 20 cm, sodass die lichte Höhe 2.40 m weiterhin gegeben ist.

Fotorealistisches Rendering des Wohnbereichs, Sicht des Wohn- und Essereich, mit dem Trockenbau-Decken-Projekt

Trockenbau-Decke planen | mit Edificius erstelltes Rendering

Da der Raum groß ist aber die lichte Höhe nicht übermäßig hoch ist, wird die Decke nicht vollständig abgesenkt. Es entsteht einen zentralen abgesenkten Pfad, welcher die Perspektive auf Wand, Kamin und Küche betont und dem Raum die Leichtigkeit nicht nimmt.

Fotorealistisches Rendering des Wohnbereichs, Sicht des Küchenesstisch, mit dem Trockenbau-Decken-Projekt

Trockenbau-Decke planen | mit Edificius erstelltes Rendering

Der abgesenkte Bereich wird auch durch die Farbauswahl unterstrichen. Das Weiß des abgesenkten Bereichs hebt sich vom rauchgrauen Hintergrund der Decke ab. Ebenfalls heben sich die schwarzen Schnitze, in denen die Strahler untergebracht sind von der weißen Decke ab. Die einfache Geometrie des Designs erzeugt dank der Wahl der Beleuchtung und der Perspektiven, die den Blick auf die Highlights des Hauses lenken, besondere szenische Effekte.

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