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Exchange Information Requirements: Was ist EIR BIM?

Exchange Information Requirements (EIR) ist ein vom Auftraggeber erstelltes Dokument, das alle Anforderungen in Bezug auf den Informationsaustausch eines BIM-Prozesses definiert. Entdecken wir was es ist und woraus es besteht

Die BIM-Methodik setzt einen kollaborativen Arbeitsablauf und die Erstellung von Informationsmodellen voraus, die reich an grafischen und textuellen Daten sind, welche alle Objekte des Modells während seines gesamten Lebenszyklus charakterisieren.

Das Informationspaket, das jedes Modell kennzeichnet, wird durch die Bedürfnisse des Auftraggebers bestimmt, der die Verantwortung und die Fähigkeit hat, bereits während der Vorentwurfsphase zu definieren, welche Informationen nützlich sind, sowie wann und wie diese ausgetauscht werden sollen.

An dieser Stelle kommt das EIR (Exchange Information Requirements) ins Spiel.

BIM Model Checking EIR

BIM Model Checking EIR

Was ist ein EIR-Dokument (Exchange Information Requirements)?

Bei einer nach der BIM-Methode durchgeführten Ausschreibung, dient das EIR als Vorab-Ausschreibungsdokument, das Standards, Informationen und Anforderungen eines BIM-Prozesses definiert und den Input für die eigentliche Ausschreibung darstellt, auf die Fachleute und Auftragnehmer mit entsprechenden Angeboten reagieren.

Bei einer nach der BIM-Methode durchgeführten Ausschreibung, dient das EIR als Vorab-Ausschreibungsdokument, das Standards, Informationen und Anforderungen eines BIM-Prozesses definiert und den Input für die eigentliche Ausschreibung darstellt, auf die Fachleute und Auftragnehmer mit entsprechenden Angeboten reagieren ISO 19650 geändert wurde.

Der Unterschied zwischen den Definitionen unterstreicht eine deutliche Veränderung. Während die zu erstellenden und zu übermittelnden Informationen in beiden Fällen eine vorherrschende Rolle spielen, macht die neue Bedeutung deutlich, dass der Schwerpunkt nun eher auf dem Austausch dieser Informationen liegt.

Die EIR konzentrieren sich daher auf die Methoden für den Datenaustausch und die Erstellung von Dokumenten anzuwenden sind, wobei die Verwaltung des Informationsinhalts zwischen den verschiedenen Beteiligen im Mittelpunkt steht, sowie die Art und Weise der Überprüfung, Archivierung und Lieferung der Modelle. Es handelt sich dabei um ein echtes Textdokument, in dem folgendes festgelegt wird:

  • Normative Bezugsaspekte, Prioritäten und Ziele;
  • Modelle, die für jede Projektphase mit einem für den jeweiligen Schritt angemessenen Informationsgrad implementiert werden.

Die Ziele werden durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Teams wie Bauunternehmer, Fachplaner, Lieferanten und eventuelle Subunternehmen durch einen optimierten Datenaustausch und den Einsatz von BIM-Management-Systemen erreicht.

Noch heute gibt es jedoch Antragsteller, welche Schwierigkeiten haben, ein solches Dokument zu verfassen, sei es weil sie noch nicht vollständig mit der Methodik vertraut sind oder, weil es oft schwierig ist, die Ziele des Projekts, den Datenaustausch und die Verwaltung zu formulieren.

Wenn Sie als Techniker der öffentlichen Verwaltung tätig sind und sich mit diesem Thema befassen müssen, empfehlen wir Ihnen an eine Online-Schulung für das BIM -Management der öffentlichen Verwaltung teilzunehmen, der Sie bei der Verwaltung und Erstellung eines EIR begleiten und unterstützen kann.

Welche sind die Informationsanforderungen des Auftraggebers?

Wie bereits gesehen, ermittelt der Auftraggeber durch EIR die Managementmerkmale des Auftrags, wodurch die Produktions- und Lieferprozesse definiert werden. Aber welche sind im spezifischen, die zu definierenden Informationsanforderungen?

Die zu definierenden Informationsanforderungen beziehen sich auf Aspekte wie:

  • Verwaltungsmodalitäten (z.B. die Nutzung von kollaborativen Plattformen;
  • Produktionsweise;
  • Methoden der Koordinierung zwischen den Modellen und dem Team (Verwendung von BIM-Tools, koordinierte Modellanalyse usw.);
  • Detaillierungsgrad der Elemente und allgemein des spezifischen Modells, das in jeder Phase realisiert werden soll;
  • Austauschmodalitäten (z.B. interoperabile Formate);
  • Zeitplanung, Fristen und Lieferphasen;
  • Liefermethoden (Ausgabeformate, Dateinomenklatur usw.).
Informationsfluss bei der Erstellung des EIR Exchange Information Requirement

Informationsfluss für die Erstellung des EIR

Warum benötigt man ein EIR-Dokument?

Das Exchange Information Requirements (EIR) ist ein Schlüsseldokument der BIM-Methodik, da ihre Ziele auf die Grundidee von BIM selbst verweist: „Begin with the end in the mind“ (mit einer klaren Vision vor Augen beginnen), d.h. dass jede Planung mit klar verstandenen und endgültigen Zielen begonnen werden muss.

Um die Endziele effektiv zu erreichen, ist das EIR zweifellos funktional, da es den gesamten zu befolgenden Arbeitsablauf im Detail identifiziert und den Bauprozess im Voraus verwaltet.

Ein EIR ist auch nützlich für:

  • Bauherr, da die Erstellung realistischer und informationsreicher, digitaler Zwillinge dem Auftraggeber eine reale Vorstellung von den Projekten vermittelt und es ihm ermöglicht, eine Reihe von Faktoren (Bauphasen, Ressourcen, Kosten und Zeiten, Management und Wartungsprozesse) zu bewerten;
  • Planer und alle Mitarbeiter, da sie durch klare Richtlinien und Arbeitsabläufe, die vom EIR definiert werden, produktiver arbeiten, Fehler reduzieren und Verzögerungen vermeiden können.

Was sollten EIR enthalten?

Es gibt mehrere Dokumente, die in die Exchange Information Requirements einfließen und zu ihrer Ausarbeitung beitragen:

  • OIR (Organizational Information Requirements): enthält die Informationen, die zur Definition der Ziele des Auftraggebers erforderlich sind;
  • AIR (Asset Information Requirements): umfasst die Verwaltungsaspekte und technischen Verfahren der Immobilie;
  • PIR (Project Information Requirements): enthält die Informationen, die zur Umsetzung der Ziele in Bezug auf den jeweiligen Auftrag erforderlich sind.

Um die EIR in einem BIM-Auftrag vollständig einzurahmen, ist es ausreichend, sich einfach auf die ISO 19650-1 zu beziehen, die den Fluss und die Hierarchie der Informationsanforderungen definiert, die sich in einem BIM-Prozess entwickeln.

Der Auftrag wird abgeschlossen mit der Erstellung von:

  • PIM (Project Information Model): enthält Informationen im Zusammenhang mit der Planung und Realisierung des Bauwerks;
  • AIM (Asset Information Model): enthält Informationen über die Nutzung, Verwaltung und Wartung des Gebäudes.
Hierarchie der Informationsanforderungen

Hierarchie der Informationsanforderungen

Um das EIR korrekt zu erstellen, ist es notwendig einer Vorlage zu folgen, die in drei Teile gegliedert ist:

    1. Technisch;
    2. Verwalterisch;
  1. Kommerziell.

Jeder Teil besteht aus einer Reihe von Standardinhalten, die in der folgenden Tabelle schematisch aufgeführt sind:

TECHNISCH
  • Austauschformate
  • Detaillierungsgrad
  • Software-Plattformen
  • Koordinaten
  • Ausbildungsstufe
VERWALTERISCH
  • Standards
  • Rollen und Verantwortlichkeiten der Stakeholder
  • Datensicherung
  • Koordinierungsverfahren
  • Kollaborationsprozess
  • Planung von Meetings zur Modellüberprüfung
  • Gesundheitsmanagement und Planungssicherheit
  • Einschränkungen
  • Konformitätsplan
  • Art der Bereitstellung von Asset-Informationen
KOMMERZIELL
  • Strategische Ziele
  • Zu erreichende BIM-Ergebnisse
  • Kompetenzbewertung

Technischer Teil

In diesem Teil sind die technischen Anforderungen des Auftrages aufgeführt:

  • Austauschformate: Dateiformate (gegebenenfalls auch die Versionen), mit denen der Datenaustausch durchgeführt werden soll, so dass alles in einem Format erfolgt, das vom Auftraggeber selbst verwendet werden kann;
  • Detaillierungsgrad: Für jedes Modell und technische Elemente jedes Modells, muss der Mindestdetaillierungsgrad (geometrisch und informativ), basierend auf den Projektanforderungen, die erreichet werden sollen, definiert werden;
  • Softwareplattformen: Die Softwareinfrastruktur und die kollaborative Plattform des Auftrags müssen geklärt werden;
  • Koordinaten: Festlegung eines gemeinsamen Koordinatensystems für alle, da die Projektmodelle über denselben Koordinierungspunkt verfügen müssen;
  • Ausbildungsniveau: Der Auftraggeber muss die erforderliche BIM-Schulung definieren, um an der Erstellung des Angebots und Unterzeichnung des möglichen Auftrags teilnehmen zu können.

Management-Teil

In diesem Teil werden die Anforderungen an das Management der Projektprozesse dargestellt:

  • Standard – Verfahren zur Gewährleistung des korrekten Informationsflusses, des Datenaustauschs, der Lieferung und der Prozesssicherheit;
  • Rollen und Zuständigkeiten der Beteiligten – Bieter sollten darauf hingewiesen werden, dass alle Rollen und Verantwortlichkeiten der Planungsteilnehmer angegeben werden müssen;
  • Datensicherheit – Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz sensibler Daten;
  • Koordinierungsprozess – Kontrolle und Behebung von Interferenzen, Toleranzen usw.;
  • Kooperationsprozess – Es müssen die vom Team anzuwendenden Methoden der Zusammenarbeit, geklärt werden;
  • Planung der Sitzungen zur Modellüberprüfung– Kontrolle und Unterstützung des Entwurfsteams im Verlauf des Auftrags;
  • Gesundheitsmanagement und Planungssicherheit – Planungsanforderungen im Zusammenhang mit der Baustellensicherheit;
  • Einschränkungen – um mögliche Einschränkungen oder Begrenzungen des Auftrags mitzuteilen;
  • Konformitätsplan – im Zusammenhang mit der Festlegung von Methoden zur Gewährleistung der Qualität der erzeugten Informationen und Daten;
  • Art der Bereitstellung von Asset-Informationen – Festlegung eines Mindeststandards und Datenschemas, für die Verwaltung von Informationen im Asset.

Kommerzieller Teil

In diesem Teil werden die Anforderungen in Bezug auf die Projektziele aufgelistet:

  • Strategische Ziele – Zweck der Informationsanforderungen;
  • Zu erreichende BIM-Ergebnisse – müssen die zu erreichenden Ergebnisse in Bezug auf Modellierung, Informatisierung und Koordinierung im Detail definieren;
  • Kompetenzbewertung – durch die, die Fähigkeiten und Kompetenzen der Auftraggeber  in der Verwaltung und im Informationsaustausch analysiert werden.

Wie unterscheidet sich ein EIR von einem BEP?

EIR und BEP sind beide Dokumente, die während eines BIM-Auftrages erforderlich sind, sich jedoch in Bezug auf den Zweck unterscheiden:

  • EIR dient dazu, den Informationsbedarf und die Anforderungen des Auftraggebers zu ermitteln;
  • BEP dient der Angabe, wie den im EIR ausgedrückten Anforderungen entsprochen werden soll.

Bei der Realisierung einer BIM-Planung ermöglicht die Erstellung und der Austausch der im EIR definierten Informationen, den Auftraggebern die Erstellung des BEPs (BIM Execution Plan).

Im BEP (BIM Execution Plan) werden die Mittel und Wege, zur Erreichung der vom EIR geforderten Ziele dargestellt. Je nachdem, in welcher Phase man sich befindet, werden zwei BEPs erstellt: der vorvertragliche BEP und der nachvertragliche BEP.

Entwicklung von BIM-Workflows

Entwicklung von BIM-Workflows

Das vorvertragliche BEP wird in der Angebotsphase (Vorangebotsphase) von jedem Teilnehmer erstellt.

Aus diesem Grund wird kurz definiert, wie man den Anforderungen des Auftraggebers entgegengehen muss, indem die wichtigsten „Steps“ des durchzuführenden Entwurfs (in Form eines PIM – Project Information Model) und auf das eigene Kompetenzniveau, die operative Kapazität, die Ressourcen und die vorhandenen Technologien eingegangen wird.

Am Ende der Ausschreibung muss der Gewinner nach Unterzeichnung des Vertrags mit dem Auftraggeber einen weiteren Plan, das BEP nachVertragsabschluss, vorlegen.

Während der vorvertragliche BEP ein Angebot darstellt, regelt das nachvertragliche BEP  die tatsächliche Art und Weise der Erstellung, Kontrolle, des Austauschs und der gemeinsamen Nutzung der zu erstellenden Arbeiten und endgültigen Modelle. Es wird durch Projektunterlagen wie Verantwortungsmatrix, MIDP und TIDP bereichert, in denen Verwaltung, Verfahren, einzuhaltenden Prozesse, Lieferstrategien und Standards detailliert beschrieben werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass mit dem BEP alle am Prozess Beteiligten den Zweck und die Verwendung des BIM-Modells auffassen und einen effizienten, funktionalen und normgerechten Vorschlag definieren.

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