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Instandhaltung „Run to Failure“: was sie ist und wann sie eingesetzt werden sollte

Run to Failure (RTF) ist eine Instandhaltungsstrategie, die geplante Eingriffe nach dem Auftreten von Fehlern vorsieht. Entdecken Sie, wann es sinnvoll ist, sie einzusetzen und welche Vorteile sie bringt

Die Planung und Umsetzung der Verwaltung und Instandhaltung von Anlagen, Gebäuden, Infrastrukturen oder anderen Assets kann eine zeitaufwändige und komplizierte Aufgabe sein. Dazu gibt es spezielle CMMS-Software, die das Asset Management unabhängig von der Art der Instandhaltung, vereinfachen. In diesem Artikel werden wir uns mit der Instandhaltung bei Ausfall befassen: die sogenannte „Run to Failure Maintenance“.

Was ist mit Instandhaltung Run to Failure gemeint?

Run to Failure Maintenance, auch als RTF bezeichnet, ist eine geplante korrigierende Instandhaltungsstrategie, die auf bereits aufgetretene Fehler einwirkt. Bei einem solchen Instandhaltungskonzept werden die Ressourcen während ihrer gesamten Nutzungsdauer verwendet und nur dann ersetzt oder repariert, wenn sie ausfallen und/oder nicht mehr funktionieren, wodurch die gesamten Instandhaltungskosten minimiert werden.

Die Anwendung dieser Instandhaltungsstrategie erfordert jedoch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen, wie zum Beispiel:

  • die Art und Weise des Eingriffs und der Reparatur/des Austauschs zu kennen;
  • bereits über Ausrüstung und Ersatzteile zu verfügen;
  • über Wartungspersonal zu verfügen;

Es ist wichtig, dass diese Maßnahmen vor dem Auftreten des Fehlers ergriffen werden, um die Interventionszeit zu minimieren und weitere Schäden oder Störungen zu vermeiden.

Was ist der Unterschied zwischen „Run to Failure“ und „Reaktive Instandhaltung”?

Die Instandhaltung „Run to Failure“ und die „reaktive Instandhaltung“ sind beide Formen der Instandhaltung bei Ausfall, der Unterschied liegt jedoch im „planmäßigen“ oder „unplanmäßigen“ Eingriff und der „Kritikalität“ des Ausfalls. Insbesondere:

  • „Run to Failure“ ist eine geplante Korrekturstrategie, die darauf abzielt, die gesamten Wartungskosten zu minimieren. Sie beinhaltet die Planung von Korrekturmaßnahmen, die nach einem Ausfall durchgeführt werden müssen. Diese Art der Instandhaltung ist bei nicht kritischen Anlagen möglich, die weder die Produktivität noch die Sicherheit des Unternehmens beeinträchtigen.
  • Die Reaktive Instandhaltung ist eine ungeplante Instandhaltungsstrategie, die durchgeführt wird, wenn eine Anlage plötzlich ausfällt und zum Stillstand kommt und repariert werden muss, um die Produktivität oder Sicherheit des Unternehmens nicht zu beeinträchtigen.

Was ist ein Beispiel für Run to Failure Maintenance?

Ein Beispiel für eine „Run to Failure“-Instandhaltung, ist der Austausch von Teilen eines Assets, dessen Ausfall und damit weiteren Betrieb keine neuen Ausfälle an der übrigen Anlage oder Störungen für die Nutzer verursacht.

Der Wechsel einer Glühbirne zum Beispiel, kann problemlos in einen Run to Failure-Instandhaltungsplan fallen. Denn in dem Moment, in dem eine Glühbirne nicht mehr funktioniert:

  • werden vermutlich andere Glühbirnen den Raum beleuchten;
  • hat man einen Vorrat an Ersatzglühlampen, das keine übermäßigen Investitionen erfordert;
  • stellt der kurzzeitige Ausfall kein Sicherheitsrisiko für die Benutzer dar.

Zu beachten, dass es nicht immer eine einzige Instandhaltungsstrategie gibt, die für ein einzelnes Asset geeignet ist, sondern je nach Anlage, können mehrere Arten der Instandhaltung kombiniert werden. Es ist daher wahrscheinlich, dass man innerhalb des Wartungsplans, Run to Failure, auf alle Ressourcen oder Teile davon anwendet, deren Betriebsausfall, keine Sicherheitsrisiken mit sich bringt. Darüber hinaus kann das Asset nachträglich unter maximaler Nutzung der Ressourcen repariert werden, wodurch die Gesamtkosten der  Intervention gesenkt werden.

Workflow Run to Failure

Workflow Run to Failure

Wann und warum ist eine Run to Failure-Instandhaltung sinnvoll?

Eine Run to Failure-Instandhaltung kann sich als nützliche erweisen, wenn die Durchführung einer anderen Art von Wartung kostspieliger ist als der Austausch der Ressource selbst. Das oben angeführte Beispiel der Glühbirne veranschaulicht es eindeutig: Es ist sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus logischer Sicht, kostengünstiger, bei einer durchgebrannten Glühbirne einzugreifen, als sie präventiv auszutauschen, wenn sie noch funktioniert.

Das heißt, dass wenn der Ausfall nur minimale Auswirkungen auf die Gesamtleistung des Assets hat, es vorteilhafter ist, ein Run to Failure-Konzept, der vorbeugenden Instandhaltung vorzuziehen.

Im Allgemeinen ist die Run to Failure Maintinance geeignet für:

  • Ressourcen mit kurzer Nutzungsdauer, die daher am Ende ihres Lebenszyklus einfach ersetzt werden können;
  • Güter, die als „Wegwerfgüter“ bezeichnet werden;
  • Vermögenswerte und/oder Teile dieser, die mit einem geringen Ausfallrisiko verbunden sind;
  • Unkritische Assets, deren Ausfall die Nutzung der übrigen Anlagen nicht beeinträchtigt;
  • Ressourcen, bei denen es kompliziert ist, eine andere Art der Instandhaltung anzuwenden.

Wie implementiert man Run to Failure Maintenance im eigenen Instandhaltungsplan?

Um diese Art der Instandhaltung erfolgreich durchzuführen, genügen einige wenige Maßnahmen, darunter:

  • ein gutes Inventar und eine gute Verfügbarkeit von Ersatzteilen, so dass die Störung durch vollständigen oder teilweisen Austausch des Teils schnell behoben werden kann;
  • geschultes und verfügbares Personal, das schnell eingreifen kann, um weitere Schäden zu vermeiden;
  • eine Wartungsplanung mit Hilfe von speziellen CMMS-Softwares, die bei der Planung von Aktivitäten, der Verwaltung von Arbeitsaufträgen und Tickets auf integrierte Weise helfen, um die Ressourcennutzung zu optimieren und Störungen zu reduzieren.

Welche Vorteile bringt die Run to Failure Maintenance mit sich?

Diese besondere Art der Instandhaltung sollte nur nach einer sorgfältigen Untersuchung der Risiken, die mit dem Ausfall der verschiedenen Teile der Anlage verbunden sind, durchgeführt werden, um schwerwiegendere Schäden zu vermeiden. Dennoch hat die Instandhaltung Run to Failure, wenn anwendbar, bestimmte zu berücksichtigende Vorteile, wie z. B:

  1. Minimale Planung – Das Handeln nach dem Auftreten des Fehlers erfordert keine vorherige Planung, sondern wird erst im Nachhinein im Zusammenhang mit dem Schaden vorgenommen;
  2. Einfache Implementierung – Die Implementierung von Störungsbeseitigungen mit verfügbaren Teilen und Personal ist einfach und intuitiv;
  3. Niedrige Wartungskosten – Die Verwendung von Ressourcen bis zum Ende ihres Lebenszyklus kann Ausfallzeiten reduzieren und Eingriffe an noch funktionierenden Teilen vermeiden. Dies gilt jedoch nur für Assets, die schnell und einfach zu ersetzen sind, und insbesondere für Teile von Vermögenswerten, die als „unkritisch“ gelten.
Vorteile von Run-to-Failure

Vorteile von Run to Failure

Dies ist eine der heikelsten Phasen des gesamten Lebenszyklus einer Anlage, und obwohl es verschiedene Arten der Instandhaltung gibt, die angewandt werden können, ist es unerlässlich, spezifische Tools zu verwenden.

Deshalb empfehle wir Ihnen, eine CMMS-Software auszuprobieren, die Sie bei der Planung, Verwaltung und Nachverfolgung von Instandhaltungsaktivitäten unterstützt, um den Zeit- und Kostenaufwand zu reduzieren.

 

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