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Kollektivschutz

Kollektivschutz: was er ist und was er beinhaltet

Kollektivschutz setzt direkt an der Gefahrenquelle an und begrenzt das Risiko nicht für einen sondern für alle Arbeitnehmer

In jedem Arbeitsumfeld ist es entscheidend, nicht nur die Sicherheit jedes einzelnen Arbeiters zu gewährleisten, sondern auch von Gruppen, die gleichzeitig tätig sind. Zu diesem Zweck wird der Einsatz von Kollektivschutz unerlässlich. Unter Kollektivschutz versteht man im Allgemeinen alle Maßnahmen, die mit dem Ziel durchgeführt werden, die Arbeitnehmer vor Schäden zu schützen, die im Falle einer Exposition gegenüber einem bestimmten Risiko entstehen können. Ihre Eigenschaft besteht daher darin, alle Arbeiter zu schützen, die dem gleichen Risiko ausgesetzt sind.

Es ist grundlegend, den Arbeitskontext zu kennen, um Risiken zu identifizieren und die richtigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Wenn beispielsweise auf einer Baustelle Ausgrabungen oder Lasten vorhanden sind, könnte ein Geländer (oder eine Überdachung) eine kollektive Schutzmaßnahme sein, die zu ergreifen ist. Um die Risiken jeder Arbeitsphase sofort zu visualisieren, kann die Verwendung der BIM-Software für Baustellenmanagement hilfreich sein. Diese ermöglicht die Entwicklung eines technischen Modells der Baustelle und die Annahme der effektivsten kollektiven /individuellen Schutzmaßnahmen.

Außerdem ermöglicht der Einsatz von immersiver Virtual Reality auf der Baustelle die Simulation von Risikoszenarien, die für die Schulung und das Training der Arbeiter nützlich sind.

Was bedeutet Kollektivschutz?

Kollektivschutz besteht aus einer Reihe von Systemen und Ausrüstungen, die darauf ausgelegt sind, direkt an der Quelle von Gefahren einzugreifen. Ihre Wirksamkeit beruht auf der Fähigkeit, Gefahren an ihrer Wurzel anzugehen, und schafft so eine sicherere und geschütztere Arbeitsumgebung für alle in verschiedenen Aktivitäten beteiligten Arbeitnehmer.

Die Schutzausrüstungen lassen sich hauptsächlich in zwei unterschiedlichen Kategorien unterteilen, die jeweils auf spezifische Präventions- und Sicherheitsbedürfnisse in verschiedenen Arbeitsumgebungen abzielen:

  • Ausrüstung für die lokale Prävention und Sicherheit: Diese Kategorie umfasst Ausrüstungen, die darauf abzielen, Arbeitnehmer an spezifischen Gefahren oder in bestimmten Bereichen des Arbeitsplatzes zu schützen. Sie zielen darauf ab, Schäden oder Verletzungen zu verhindern, die direkt mit lokalisierten Situationen oder speziellen Arbeiten verbunden sind (Beispiele dafür sind Feuerschutztüren, Sterilisationsanlagen, Geländer usw.).
  • Ausrüstung für die generelle Prävention und Sicherheit: Diese Kategorie umfasst eine breite Palette von Ausrüstungen, die darauf ausgelegt sind, Arbeitnehmer während ihrer Tätigkeit generell zu schützen. Sie sollen Risiken reduzieren, die in verschiedenen Arbeitskontexten auftreten können und bieten oft einen breiteren Schutz im Vergleich zu lokalisierten Sicherheitsgeräten (Beispiele hierfür sind Handläufe, Luftaustauschsysteme, Strahlenschutzvorrichtungen usw.).

Welche Arten von kollektiven Schutzausrüstungen gibt es?

Je nach Art der Arbeitstätigkeit gibt es verschiedene Arten von Kollektiven Schutzausrüstungen. Hier sind einige Beispiele:

  • Sicherheitsnetze;
  • Gerüste;
  • unterbrechungsfreie Stromversorgung;
  • Brandmelder;
  • Feuerschutztüren;
  • Treppengeländer;
  • temporäre und feste Geländer;
  • Sterilisationsanlagen;
  • Strahlenschutzvorrichtungen;
  • Abzugshauben für chemische und biologische Risiken (in Forschungslabors);
  • Rauch- oder Dampfabsauganlagen;
  • Luftaustauschsysteme;
  • Luftreiniger.

Unterschied zwischen individueller und kollektiver Schutzausrüstung

Der Hauptunterschied zwischen individueller Schutzausrüstung (PSA) und kollektiver Schutzausrüstung liegt in ihrer Anwendung:

  • PSA sind Werkzeuge, die für einen einzelnen Arbeitnehmer entwickelt wurden, um seine persönliche Gesundheit und Sicherheit zu schützen. Sie sind persönlich und werden an die individuellen Bedürfnisse jedes Arbeitnehmers angepasst. Das Hauptziel von PSA ist es, das Risiko für den einzelnen Arbeiter, der spezifischen Gefahren am Arbeitsplatz ausgesetzt ist, zu reduzieren. Diese Geräte umfassen Elemente wie Helme, Handschuhe, Schutzbrillen usw.
  • Kollektive Schutzausrüstungen hingegen bieten gleichzeitig Schutz für mehrere Arbeiter, die denselben Risiken ausgesetzt sind.

Eine weitere relevante Unterscheidung betrifft das Vorhandensein von Produktrichtlinien:

  • Im Falle von PSA gibt es spezifische Vorschriften, die Qualitäts- und Sicherheitsstandards festlegen und die Anbringung der CE-Kennzeichnung auf den Geräten ermöglichen. Diese Kennzeichnung bestätigt, dass die Produkte die Anforderungen der EU-Vorschriften erfüllen.
  • Für Kollektivschutz gibt es keine vergleichbare Produktvorschrift, und sie können daher nicht mit dem CE-Symbol gekennzeichnet werden.

Schließlich betrifft eine weitere Unterscheidung die Ausbildung:

  • Für die Verwendung von PSA kann eine spezifische Schulung erforderlich sein, um eine korrekte und sichere Verwendung dieser Geräte zu gewährleisten.
  • Für Kollektivschutz ist eine angemessene Schulung zur Verwendung kollektiver Schutzausrüstung immer entscheidend, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

 

 

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