Photovoltaik-PID: potenzialinduzierte Degradation
Der photovoltaische PID ist ein Degradationsphänomen des elektrischen Potenzials von Photovoltaikmodulen, das durch Spannungsunterschiede verursacht wird. Erfahren Sie mehr über die Ursachen und wie man ihn verhindern kann

Der photovoltaische PID (Potential Induced Degradation) ist ein elektrisches Phänomen, das zu einem Leistungsverlust bei Photovoltaikmodulen führt. Dieses Phänomen entwickelt sich über mehrere Monate oder sogar Jahre hinweg: In der Anfangsphase der Anlagenlebensdauer wird es häufig unterschätzt, während es in späteren Betriebsphasen zunehmend schwerwiegender wird, nicht zuletzt, weil die Ursachen nicht immer eindeutig zu identifizieren sind.
Die Auswirkungen des PID können reversibel oder irreversibel sein. Diese Degradationserscheinungen der Modul- und Systemleistung können zu erheblichen Änderungen des Businessplans der Anlage führen. Insbesondere wurden Fälle festgestellt, in denen PID innerhalb von weniger als einem Jahr zu einer Leistungsreduktion von bis zu 70 % geführt hat.
Daher ist es unerlässlich, die Photovoltaikanlage kontinuierlich zu überwachen, um frühzeitig erste Anzeichen einer Leistungsdegradation im System zu erkennen. Für wirtschaftliche Analysen zur tatsächlichen Rentabilität der Anlage kann eine entsprechende Photovoltaik-Software eingesetzt werden.
Im Folgenden analysieren wir im Detail die Ursachen des photovoltaischen PID, seine Auswirkungen sowie Strategien zu seiner Identifikation und Prävention.

Effizienz Photovoltaiksystem – Software Solarius PV
Inhaltsverzeichnis
- Was ist die potentialinduzierte Degradation (PID) bei Photovoltaik-Modulen?
- PID-Typen: reversibel und irreversibel
- Hauptursachen von PID in Photovoltaikmodulen
- Wie beeinflusst PID die Leistung und Lebensdauer von Photovoltaikmodulen?
- PID bei verschiedenen Photovoltaik-Technologien
- Wie lässt sich die potentialinduzierte Degradation (PID) testen?
- Wie lässt sich der photovoltaische PID-Effekt vermeiden?
- PID-Monitoring und Erhalt der Anlageneffizienz
- FAQ – Photovoltaischer PID
Was ist die potentialinduzierte Degradation (PID) bei Photovoltaik-Modulen?
Die potentialinduzierte Degradation, bekannt unter dem Akronym PID (Potential Induced Degradation), ist ein Phänomen, das Photovoltaik-Module betreffen kann, wenn sie starken elektrischen Potentialunterschieden gegenüber Erde oder der Tragstruktur der Anlage ausgesetzt sind. Dieses Phänomen führt zu einer Reduzierung des photovoltaischen Effekts und damit zu einer Leistungsabnahme der Solarzellen. Moderne Systeme mit bifazialen Photovoltaik-Modulen können aufgrund ihrer beidseitigen Struktur besonders PID-anfällig sein und erfordern eine sorgfältige Planung und Überwachung.
PID tritt auf, wenn zwischen der Zelle – dem aktiven Halbleitermaterial – und anderen Modulbestandteilen wie Glas, Rückseitenfolie oder Aluminiumrahmen eine hohe elektrische Potentialdifferenz entsteht. Diese Situation ist typisch für Photovoltaikanlagen mit Hochspannungs-Strings.
Die Potentialdifferenz erzeugt eine Leckstrombildung innerhalb des Moduls, die die Migration von Ionen begünstigt. Negative Ionen wandern in Richtung Aluminiumrahmen, während positive Ionen – insbesondere Natriumionen aus dem Glas – zur Zelloberfläche migrieren. Die Anreicherung dieser Ionen verändert die elektrischen Eigenschaften der Zelle, beeinträchtigt den photovoltaischen Effekt und führt zu Leistungsverlusten.
Die Degradation schreitet im Laufe der Zeit fort und kann sich bereits in den ersten Betriebsmonaten der Anlage zeigen, insbesondere bei ungünstigen Umgebungsbedingungen wie hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen.
Das PID-Phänomen kann verschiedene Arten von Photovoltaik-Modulen betreffen und ist nicht auf einen isolierten Herstellungsfehler zurückzuführen, sondern auf das Gesamtverhalten des Photovoltaiksystems, das Module, Wechselrichter, Erdungskonzept und Betriebsbedingungen umfasst. Aus diesem Grund stellt PID sowohl in der Planungsphase als auch im Betrieb und bei der Wartung eine relevante Problematik dar.
PID-Typen: reversibel und irreversibel
Die potentialinduzierte Degradation kann sich in unterschiedlichen Formen manifestieren, abhängig von der Intensität des Phänomens, der Dauer der Exposition und den konstruktiven Eigenschaften des Photovoltaikmoduls. Auf Grundlage der Auswirkungen auf die Zellen und der Möglichkeit einer Leistungsrückgewinnung wird PID allgemein in reversibel und irreversibel unterteilt.
Reversibler PID (Polarisation)
Dies ist die weniger schwerwiegende Form der potentialinduzierten Degradation. Der Leistungsverlust ist hauptsächlich auf die temporäre Anreicherung von Ladungen oder Ionen auf der Zelloberfläche sowie auf Leckströme durch das Verkapselungsmaterial, den Rahmen und das Frontglas zurückzuführen.
Diese Art von PID tritt besonders deutlich bei Modulen am unteren Ende der Photovoltaik-Strings auf, also bei jenen, die dem negativen Pol am nächsten liegen, wo die Leistungsreduktion innerhalb weniger Jahre bis zu 70 % betragen kann.
Wird die Ursache des Phänomens beseitigt – etwa durch Reduzierung der Potentialdifferenz oder Anpassung der Anlagenkonfiguration – kann das Modul seine ursprüngliche Leistung ganz oder teilweise wiedererlangen. Reversibler PID tritt häufiger in den frühen Betriebsphasen der Anlage auf und lässt sich oft durch geeignete technische Maßnahmen eindämmen.
Irreversibler PID (Elektrokorrosion der TCO-Schicht)
Diese Form des PID führt zu einer tiefergehenden und dauerhaften Degradation der Solarzellen. Die Ionenmigration und die Leckströme verursachen strukturelle oder chemische Schäden, insbesondere an der TCO-Schicht (Transparent Conductive Oxide), wodurch die elektrischen Eigenschaften der Zelle dauerhaft beeinträchtigt werden.
Das Phänomen tritt vor allem dann auf, wenn der Modulrahmen mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt und eine elektrochemische Reaktion auslöst, die zur Korrosion der Materialien führt. In diesen Fällen können die ModulLeistungen auch nach Beseitigung der Ursache nicht wiederhergestellt werden, sodass entweder ein Austausch des Moduls oder eine deutliche Reduzierung der langfristigen Ertragserwartungen erforderlich ist.
Zur Begrenzung oder Vermeidung irreversiblen PID kann die Auswahl geeigneter Rahmenmaterialien oder der Einsatz von Wechselrichtern mit galvanischer Trennung beitragen, da dadurch die verantwortlichen Potentialdifferenzen reduziert werden.

Arten von PID: reversibel und irreversibel
Hauptursachen von PID in Photovoltaikmodulen
Die Ursachen für das Auftreten der potentialinduzierten Degradation in Photovoltaikmodulen sind vielfältig und hängen sowohl von den konstruktiven Eigenschaften des Moduls als auch von den elektrischen Betriebsbedingungen der Anlage ab. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen insbesondere:
- Qualität der Solarzellen: Zellen geringerer Qualität sind anfälliger für Alterungsprozesse und damit stärker zur Entwicklung von PID über die Zeit geneigt;
- Modultyp: Die Wahl der Verkapselungsmaterialien und des Frontglases beeinflusst, wie leicht sich Ionen innerhalb des Moduls bewegen können. Materialien mit schlechten Isolationseigenschaften begünstigen die Bildung von Leckströmen;
- Dielektrische Eigenschaften des Glases: Diese beeinflussen die Resistivität der Verkapselung und die Stärke der Leckströme und tragen somit wesentlich zum Auftreten von PID bei;
- Elektrisches Potential des Moduls: Hohe Potentialdifferenzen – insbesondere eine negative Spannung zwischen den Zellen und dem geerdeten Rahmen – stellen einen der kritischsten Faktoren für die PID-Entwicklung dar und sind typisch für Anlagen mit Hochspannungs-Strings;
- Anlagenkonfiguration: Die Anordnung der Module in den Strings, das Erdungssystem und der eingesetzte Wechselrichter beeinflussen das elektrische Potential der Module. Eine ungeeignete Konfiguration kann das PID-Risiko erhöhen und sein Auftreten auch bei neuen Anlagen beschleunigen;
- Umweltfaktoren: Betriebsbedingungen wie hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen verringern die Resistivität der Isolationsmaterialien und fördern Leckströme, wodurch die PID-Mechanismen beschleunigt werden.
Umweltfaktoren, die PID in Photovoltaikmodulen beeinflussen
Unter den genannten Ursachen spielen Umweltfaktoren eine besonders bedeutende Rolle bei der Entwicklung der potentialinduzierten Degradation. Hohe Feuchtigkeit begünstigt die Ionenmigration innerhalb des Moduls, während hohe Temperaturen die Leitfähigkeit der Materialien erhöhen und die Entstehung von Leckströmen wahrscheinlicher machen.
Anlagen in feuchten, küstennahen oder klimatisch besonders anspruchsvollen Regionen sind daher einem erhöhten PID-Risiko ausgesetzt. Auch starke Temperaturschwankungen tragen zum Degradationsprozess bei, da sie die Modulmaterialien langfristig belasten und deren Isolationseigenschaften verändern.
Die Kombination ungünstiger Umweltbedingungen mit nicht optimalen Planungsentscheidungen kann das Auftreten von PID vorziehen und seine Auswirkungen verstärken, wodurch die Lebensdauer der Photovoltaikmodule und die Gesamtleistung der Anlage reduziert werden.

Ursachen von PID in Photovoltaikmodulen
Wie beeinflusst PID die Leistung und Lebensdauer von Photovoltaikmodulen?
Die potentialinduzierte Degradation wirkt sich direkt auf die elektrische Leistung der Photovoltaikmodule sowie auf die langfristige Lebensdauer der Anlage aus. Das Phänomen beeinträchtigt die Fähigkeit der Zellen, Sonnenstrahlung in elektrische Energie umzuwandeln, und führt zu einer schrittweisen Reduzierung der Stromerzeugung.
Zu den wichtigsten Auswirkungen von PID auf die Modulleistung zählen:
- Reduzierung der abgegebenen Leistung und damit ein Rückgang der Gesamtenergieproduktion;
- Abnahme von Spannung und Ausgangsstrom mit Veränderung der I-V-Kennlinie, die das Strom-Spannungs-Verhalten des Moduls beschreibt;
- Verschlechterung des Modulwirkungsgrads, anfangs begrenzt, aber mit zunehmender Zeit steigend, wenn das Phänomen nicht bekämpft wird;
- erhebliche Leistungsverluste in schweren Fällen, die die Wirtschaftlichkeit der Anlage ernsthaft beeinträchtigen können.
Über die unmittelbaren Leistungseinbußen hinaus beeinflusst PID auch die Lebensdauer der Photovoltaikmodule:
- beschleunigte Alterung der Zellen und Modulmaterialien;
- dauerhafte Schäden im Falle irreversiblen PID;
- erhöhtes Risiko außerplanmäßiger Wartungsmaßnahmen oder eines Modulaustauschs.
Da PID zudem nicht alle Module eines Strings gleichmäßig betrifft, kann es zu Betriebsungleichgewichten zwischen den Modulen kommen, was die Gesamteffizienz der Anlage weiter reduziert.
PID bei verschiedenen Photovoltaik-Technologien
Die potentialinduzierte Degradation kann sich je nach eingesetzter Photovoltaik-Technologie unterschiedlich manifestieren. Materialeigenschaften, Zellstruktur und Herstellungsprozesse beeinflussen sowohl die Wahrscheinlichkeit des PID-Auftretens als auch dessen zeitliche Entwicklung.
PID bei kristallinen Siliziumzellen
Bei Photovoltaik-Modulen aus kristallinem Silizium ist PID in der Regel mit der Migration von Ionen – insbesondere von Natriumionen aus dem Glas – zur Zelloberfläche verbunden. Dieser Prozess verändert das interne elektrische Feld der Zelle und verringert die Sammlung der durch Sonnenstrahlung erzeugten Ladungsträger.
Das Phänomen tritt häufiger bei Modulen mit hoher Spannung gegenüber Erde auf, etwa bei jenen an den Enden der Strings. Die Leistungsverluste können im Laufe der Zeit erheblich werden und sich, wenn sie nicht kontrolliert werden, von reversiblen zu irreversiblen Degradationsformen entwickeln.
PID bei Dünnschicht-Solarzellen
Bei Dünnschicht-Modulen, wie etwa amorphem Silizium, weist PID häufig andere Charakteristika auf als bei kristallinem Silizium. In diesen Technologien ist die Degradation meist mit elektrochemischer Korrosion transparenter leitfähiger Schichten wie TCO (Transparent Conductive Oxide) verbunden, ausgelöst durch Leckströme und Feuchtigkeitseinfluss.
Die Schädigung der leitfähigen Schichten führt zu einer Verringerung der elektrischen Leitfähigkeit und zu einer Verschlechterung der Modulleistung. In vielen Fällen ist PID bei Dünnschicht-Modulen weniger reversibel und kann insbesondere unter ungünstigen Umweltbedingungen und bei nicht optimaler Anlagenplanung zu einer dauerhaften Degradation führen.
Wie lässt sich die potentialinduzierte Degradation (PID) testen?
Um das Vorhandensein der potentialinduzierten Degradation zu erkennen, sind gezielte diagnostische Tests erforderlich, mit denen elektrische und strukturelle Veränderungen in Photovoltaik-Modulen nachgewiesen werden können. PID ist nicht immer mit bloßem Auge sichtbar und äußert sich zunächst häufig nur durch eine Leistungsreduktion der Anlage.
Die gängigsten Prüfverfahren analysieren das elektrische Verhalten der Module und identifizieren Anomalien, die auf Leckströme oder Ionenmigration zurückzuführen sind. Zu den effektivsten Methoden zählen die I-V-Kennlinienanalyse und Elektrolumineszenz-Tests.
PID-Erkennung mittels I-V-Kennlinienanalyse
Die Analyse der I-V-Kennlinie (Strom-Spannung) ermöglicht die Bewertung des elektrischen Verhaltens von Photovoltaikmodulen durch Messung des Zusammenhangs zwischen erzeugtem Strom und Modulspannung. Durch den Vergleich der gemessenen Kennlinie mit den Herstellerangaben lassen sich Abweichungen erkennen, die auf PID hindeuten.
Bei potentialinduzierter Degradation zeigt die I-V-Kennlinie typischerweise eine Reduzierung von Spannung, Strom oder Maximalleistung, was zu einer Verschlechterung des Modulwirkungsgrads führt. Diese Analyse liefert zudem Hinweise auf den Isolationszustand der Module und damit auf ihren allgemeinen technischen Zustand.
Die Erfassung der I-V-Kennlinien ermöglicht somit die Identifikation von Energieverlusten, eine frühzeitige PID-Diagnose und die Planung gezielter Maßnahmen, um die Anlagenleistung langfristig zu erhalten.
Elektrolumineszenz-Tests zur PID-Identifikation
Der Elektrolumineszenz-Test ist ein fortschrittliches Diagnoseverfahren zur Analyse des Zustands von Solarzellen anhand ihrer Lichtemission. In der Praxis kann die Analyse auch im Außenbereich durchgeführt werden, wodurch sich ganze Modul-Strings gleichzeitig untersuchen lassen.
Wird unter geringer Umgebungsbeleuchtung eine elektrische Spannung an die Module angelegt, emittieren die Zellen eine schwache Lichtstrahlung, die mit speziellen Aufnahmesystemen, etwa Infrarotkameras, detektiert wird. Unterschiede in der Emissionsintensität weisen auf Anomalien, beschädigte Bereiche oder von PID betroffene Zellen hin.
PID äußert sich dabei in der Regel durch dunkle oder unregelmäßige Bereiche, die auf durch Ionenmigration oder Leckströme beeinträchtigte Zellen hindeuten. Diese Methode ermöglicht eine präzise Lokalisierung der betroffenen Module und hilft, PID von anderen Moduldefekten zu unterscheiden.
Wie lässt sich der photovoltaische PID-Effekt vermeiden?
Die Prävention der potentialinduzierten Degradation ist ein zentraler Aspekt bei der Planung, Errichtung und Betriebsführung von Photovoltaikanlagen. Da PID vom Gesamtverhalten des Systems abhängt, lässt sich das Risiko durch eine Kombination aus fundierten Planungsentscheidungen, geeigneten Komponenten und kontinuierlicher Überwachung deutlich reduzieren.
Bewährte Maßnahmen zur Reduzierung des PID-Risikos in Photovoltaikanlagen
Die Umsetzung bewährter Praktiken bereits in der Planungsphase und während des Anlagenbetriebs trägt wesentlich dazu bei, das Auftreten von PID zu begrenzen. Besonders wirksam sind unter anderem folgende Maßnahmen:
- Einsatz hochwertiger Materialien, wie Solarzellen und Verkapselungsmaterialien mit guten dielektrischen Eigenschaften, um Leckströme zu minimieren;
- sorgfältige Anlagenplanung unter Berücksichtigung der Standortbedingungen, Betriebsspannungen und String-Konfigurationen;
- kontinuierliches Leistungsmonitoring, um frühzeitig PID-bedingte Ertragseinbußen zu erkennen;
- regelmäßige Reinigung der Module, um Feuchtigkeit und Verunreinigungen auf der Moduloberfläche zu reduzieren;
- periodische Überprüfung der elektrischen Verbindungen, um Leckströme und Anomalien zu vermeiden;
- Implementierung einer BIM-Baustelle, unterstützt durch ein integriertes digitales Anlagenmodell, zur optimierten Planung, Koordination und Wartung.
Diese Maßnahmen tragen im Rahmen eines strukturierten Anlagenmanagements wesentlich dazu bei, die Wahrscheinlichkeit einer PID-Entwicklung langfristig zu senken.

Bewährte Verfahren zur Reduzierung des PID-Risikos
Auswahl von Wechselrichtern und Materialien zur Vermeidung von PID
Eine zentrale Rolle bei der PID-Prävention spielt die Auswahl geeigneter Wechselrichter und Systemmaterialien. Wechselrichter, die speziell zur Reduzierung der potentialinduzierten Degradation entwickelt wurden, begrenzen die Potentialdifferenzen zwischen Modulen und Erdung.
Insbesondere Wechselrichter mit galvanischer Trennung oder mit Funktionen zur Potenzialsteuerung der Module können die für PID verantwortlichen Leckströme deutlich reduzieren. Auch die Wahl der Rahmen-, Glas- und Verkapselungsmaterialien beeinflusst maßgeblich die PID-Resistenz eines Moduls.
Eine sorgfältige Komponentenauswahl in Kombination mit einer geeigneten elektrischen Planung stellt daher eine der wirksamsten Strategien dar, um PID zu vermeiden und langfristig hohe Anlagenleistungen sicherzustellen.
PID-Monitoring und Erhalt der Anlageneffizienz
Die kontinuierliche Überwachung der Photovoltaikanlage ist entscheidend, um potentialinduzierte Degradationsprozesse frühzeitig zu erkennen und ihre Auswirkungen auf die Leistung zu begrenzen. Da sich PID schleichend entwickeln kann und nicht immer sofort sichtbar ist, ermöglicht ein konsequentes Monitoring rechtzeitige Gegenmaßnahmen.
Leistungsüberwachungssysteme erfassen Abweichungen in der Energieproduktion, vergleichen die Erträge einzelner Strings und identifizieren Module mit atypischem Verhalten. Die Kombination dieser Daten mit periodischen Messungen – wie I-V-Kennlinienanalysen oder Elektrolumineszenz-Tests – ermöglicht die Bestätigung des PID-Vorliegens und die Bewertung seiner zeitlichen Entwicklung.
Ein effektives Monitoring erleichtert zudem die Planung von Wartungsmaßnahmen, reduziert das Risiko irreversibler Schäden und trägt zur langfristigen Sicherung der Anlagenleistung bei. Auf diese Weise lassen sich eine höhere Betriebssicherheit, eine verlängerte Lebensdauer der Photovoltaikmodule und stabile Erträge über die gesamte Nutzungsdauer gewährleisten.
In den Phasen der Planung, Überprüfung und Betriebsführung von Photovoltaikanlagen ist der Einsatz professioneller Photovoltaik-Software besonders sinnvoll. Sie ermöglicht die Analyse des elektrischen Anlagenverhaltens, die Bewertung der String-Leistungen und die Identifikation potenzieller Risiken wie der potentialinduzierten Degradation. Der Einsatz solcher professionellen Planungs- und Simulationslösungen verbessert die Zuverlässigkeit des Systems von Beginn an und unterstützt wirkungsvoll Monitoring- und Wartungsprozesse. Setzen auch Sie auf dieses Werkzeug und optimieren Sie die Leistung und Rentabilität Ihrer Photovoltaikanlage nachhaltig.
FAQ – Photovoltaischer PID
Was ist photovoltaischer PID?
Der photovoltaische PID (Potential Induced Degradation) ist ein elektrisches Phänomen, das zu einem fortschreitenden Leistungsverlust von Photovoltaik-Modulen führt und die Anlagenperformance im Laufe der Zeit reduziert.
Betrifft PID alle Photovoltaikmodule in gleicher Weise?
Nein, PID wirkt sich nicht gleichmäßig auf alle Module eines Strings aus. Einige Module – insbesondere jene an den Enden des Strings und näher am negativen Pol – können eine stärkere Degradation aufweisen als andere.
Was ist der Unterschied zwischen reversiblem und irreversiblem PID?
Reversibler PID verursacht einen temporären Leistungsverlust, der durch Beseitigung der Ursache – etwa durch Reduzierung der Potentialdifferenz – rückgängig gemacht werden kann. Irreversibler PID hingegen führt zu dauerhaften Schäden an Zellen oder Materialien, sodass die ursprüngliche Leistung nicht wiederhergestellt werden kann.
Wie stark kann PID die Leistung im schlimmsten Fall reduzieren?
In besonders schweren Fällen kann PID zu Leistungsverlusten von bis zu 70 % führen, mit erheblichen Auswirkungen auf Energieertrag und Wirtschaftlichkeit der Anlage.
Was sind die Hauptursachen von PID in Photovoltaik-Modulen?
Zu den wichtigsten Ursachen zählen die Zellqualität, die Verkapselungs- und Glasmaterialien, hohe Potentialdifferenzen zwischen Zellen und Rahmen, die elektrische Anlagenkonfiguration sowie Umweltbedingungen wie hohe Feuchtigkeit und hohe Temperaturen.
Wie beeinflusst die Umgebung das PID-Risiko?
Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit, hohen Temperaturen oder starken Temperaturschwankungen begünstigen Ionenmigration und Leckströme, erhöhen das PID-Risiko und beschleunigen dessen Entwicklung.
Beeinflusst PID die Lebensdauer von Photovoltaikmodulen?
Ja, PID beschleunigt die Alterung der Module und kann bei irreversiblen Formen zu dauerhaften Schäden führen, die die Lebensdauer verkürzen und den Wartungs- oder Austauschbedarf erhöhen.
Tritt PID bei allen Photovoltaiktechnologien gleich auf?
Nein, PID äußert sich je nach Technologie unterschiedlich. Bei kristallinem Silizium ist es häufig mit Ionenmigration aus dem Glas verbunden, während es bei Dünnschicht-Modulen eher auf elektrochemische Korrosion transparenter leitfähiger Schichten zurückzuführen ist.
Wie lässt sich PID in einer Photovoltaik-Anlage erkennen?
PID kann durch gezielte Diagnosetests wie I-V-Kennlinienanalysen und Elektrolumineszenz-Tests erkannt werden, die elektrische Anomalien und beschädigte Zellen sichtbar machen.
Warum ist kontinuierliches Monitoring bei PID wichtig?
Kontinuierliches Monitoring ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Leistungsabweichungen und erlaubt Gegenmaßnahmen, bevor der Degradationsprozess irreversibel wird und die Wirtschaftlichkeit der Anlage beeinträchtigt.
Kann PID in Photovoltaik-Anlagen verhindert werden?
Ja, das PID-Risiko lässt sich durch eine fachgerechte Anlagenplanung, die Auswahl geeigneter Wechselrichter und Materialien sowie durch ein konsequentes Leistungsmonitoring deutlich reduzieren.


