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Was ist zustandsorientierte Instandhaltung und was sind ihre Vorteile?

Was ist mit zustandsorientierte Instandhaltung gemeint und was sind ihre Vorteile?

Die zustandsorientierte Instandhaltung ist eine Art vorbeugender Instandhaltung, bei der der tatsächliche Zustand einer Anlage überwacht wird, um Ausfälle zu vermeiden. Entdecken Sie alle Vorteile

Als AECO-Fachmann ist Ihnen sicherlich bewusst, dass es je nach den Merkmalen des Assets und den Anforderungen des Instandhaltungsprojekts verschiedene Arten der Instandhaltung gibt. Der Eingriff in ein Asset ist immer ein heikler und komplexer Prozess. Deshalb empfehlen wir Ihnen, sich immer auf eine professionelle CMMS-Software zu verlassen, mit der Sie sehr einfache Eingriffsanträge erstellen, die Wartung planen und mit dem Team zusammenarbeiten können.

In diesem Artikel werden wir die zustandsorientierte Instandhaltung (Condition-Based Maintenance bzw. CBM), eine Art von ungeplanter vorbeugender Instandhaltung, näher betrachten.

Was ist Condition-Based Maintenance?

Condition-Based Maintenance, abgekürzt CBM, bedeutet wörtlich übersetzt „zustandsorientierte Instandhaltung“.

Diese Art der Instandhaltung trägt diesen Namen, weil die Umsetzungsstrategie darin besteht, den Ist-Zustand einer Anlage zu überwachen, um zu entscheiden, welche Maßnahmen durchgeführt werden sollten. Die CBM sieht vor, dass die Instandhaltung nur dann durchgeführt werden sollte, wenn bestimmte IndikatorenAnzeichen für eine nachlassende Leistung oder einen drohenden Ausfall zeigen.

Im Gegensatz zur geplanten Instandhaltung (PM), wo die Instandhaltungsmaßnahmen in vordefinierten Intervallen durchgeführt werden, wird die zustandsorientierte Instandhaltung (CBM) erst dann durchgeführt, wenn ein Leistungsabfall der Anlage festgestellt wird.

Ziel der Condition-Based Maintenance ist daher die kontinuierliche Überwachung der Aktivitäten und Leistung der Anlage, um mögliche bevorstehende Ausfälle zu erkennen. Auf diese Weise kann die Instandhaltung proaktiv geplant werden, wenn bereits Leistungseinbußen auftreten, aber noch kein Ausfall eingetreten ist.

Durch die ständige Echtzeit-Überwachung hat das Team genügend Zeit, um zu prüfen, wie es eingreifen und handeln kann, bevor ein Fehler auftritt oder die Leistung unter ein optimales Niveau fällt.

Condition-Based-Maintenance Workflow

Condition-Based-Maintenance Workflow

Was sind die Unterschiede zwischen Condition-Based Maintenance (CBM) und Predictive Maintenance (PdM)?

Condition-Based Maintenance (CBM) und Predictive Maintenance (PdM) werden oft verwechselt, weil beide:

  • auf Daten basieren, um festzustellen, ob eine Instandhaltung notwendig ist oder nicht;
  • unvorhergesehene Ausfallzeiten verhindern.

Die folgende Tabelle zeigt hingegen die Unterschiede zwischen prädiktive Instandhaltung und zustandsorientierter Instandhaltung:

Zustandsorientierte Instandhaltung (CBM)Prädiktive Instandhaltung (PDM)
Sie basiert auf Diagnosen, die durch die Analyse der Bedingungen (Vibration, Temperatur, Druck, Geschwindigkeit, Spannung) ermittelt werden, um festzustellen, wann ein Wartungseingriff erforderlich ist.Sie kombiniert die durch die Zustandsanalyse ermittelten Diagnosen mit komplexen Vorhersageformeln, um zu prognostizieren, wann eine Wartung erforderlich sein könnte.
Sie basiert auf statischen Regeln für die Entscheidungsfindung.Sie basiert auf dynamischen Regeln für die Entscheidungsfindung.
Optimierte Form der vorbeugenden Instandhaltung auf Grundlage kontinuierlicher Erkennungs-, Diagnose- und Prognosealgorithmen.Technologisch fortschrittliche vorbeugende Instandhaltung auf Grundlage algorithmischer Maschinenerkennung.
Sie informiert die Techniker genau dann, wenn etwas nicht stimmt..Sie prognostiziert zukünftige Ausfälle durch den Einsatz fortschrittlicher Technologien.

Man könnte sagen, dass die vorausschauende bzw prädiktive Instandhaltung eine fortschrittlichere, genauere und zuverlässigere Version der zustandsorientierten Instandhaltung darstellt. Andererseits basiert die vorausschauende Instandhaltung auf Technologien, die mit erheblichen wirtschaftlichen Investitionen verbunden sind, die noch nicht für alle tragbar sind.

Wie viele Arten der zustandsorientierten Instandhaltung gibt es?

Ähnlich wie bei der vorausschauenden Instandhaltung gibt es auch bei der zustandsorientierten Instandhaltung verschiedene Arten, die von der zu überwachenden Anlage, ihren Eigenschaften und den eingesetzten Technologien abhängen. Im Folgenden geben wir die nützlichsten und am weitesten verbreiteten an:

  1. Schwingungsanalyse: Viele Geräte geben unter normalen Betriebsbedingungen ein gewisses Maß an Schwingungen ab. Eine Veränderung dieses Schwingungsgrades kann auf einen Leistungsverlust oder eine Funktionsstörung hinweisen;
  2. Infrarot: IR-Kameras erfassen Punkte an der Anlage oder Geräten, an denen ungewöhnlich hohe Temperaturen auftreten, die auf mögliche Fehlfunktionen hinweisen können;
  3. Ultraschallanalyse: Ein Gerät, das optimal funktioniert, erzeugt einen bestimmten Ton. Eine Veränderung des erzeugten Geräuschs kann auf Veränderungen im Betrieb der Maschine selbst hinweisen;
  4. Akustische Analyse: Zum Aufspüren von Flüssigkeits- oder Gaslecks;
  5. Ölanalyse: Sie misst die Anzahl und Größe der Partikel in einer Probe, um den Verschleiß von Anlagen zu bestimmen;
  6. Elektrische Analyse: Mit Hilfe von Strommessgeräten lassen sich Anomalien im Stromfluss der Geräte feststellen;
  7. Betriebsleistung: Die Leistung der Anlagen wird durch verschiedene Geräte und Sensoren bestimmt, die je nach Bedarf verschiedene Parameter überwachen (Druck, Temperatur, Durchfluss usw.).
Typologien von zustandsorientierter Instandhaltung

Typologien von zustandsorientierter Instandhaltung

Welche Beispiele gibt es für die zustandsorientierte Instandhaltung?

Je nach der angewandten ConditionBased Maintenance-Technologie gibt es verschiedene Beispiele, die angeführt werden können. Hier einige konkrete Beispiele:

  1. Überwachung der Temperatur von Computern und Maschinen, um eine Überhitzung zu vermeiden, oder den Einsatz intelligenter HLK-Geräte, um die Gebäudetemperatur zu überwachen und Energie einzusparen;
  2. Drucküberwachung in einem Wasserversorgungssystem zur Erkennung von Lecks;
  3. Überwachung von Ölpartikeln in Maschinen oder Fahrzeugen, so dass Maßnahmen nicht nach festgelegten Fristen, sondern nur dann ergriffen werden können, wenn sie wirklich notwendig sind.

Selbstverständlich gäbe es noch hunderte Beispiele, da es genauso viele Parametern gibt, die mit dieser Art von Wartung überwacht werden können, um Ausfälle und umfangreichere und kostspielige Reparaturen zu vermieden.

Welche sind die 6 Schritte eines zustandsorientierten Instandhaltungsprogramms?

Um einen gültigen, zustandsorientierten Instandhaltungsprogramm zu erstellen, sind 6 Schritte unerlässlich:

  1. Feststellen, welche Teile oder Geräte Vorrang vor anderen haben;
  2. Identifizieren, welche Ausfälle bei den zuvor am häufigsten identifizierten Assets auftreten könnten.
  3. Die am besten geeigneten Überwachungsmethoden je nach den festgestellten potenziellen Fehlern auswählen;
  4. Die Zeitspanne bestimmen, die zwischen der Erkennung der Störung und dem Eingriff vergehen darf, bevor der Fehler auftritt;
  5. Die Überwachung gesammelter Daten und Entwicklung von Interventionsmethoden analysieren;
  6. Festlegung von Einsatzrollen und Zuständigkeiten innerhalb des Wartungsteams.

Was sind die Vorteile einer zustandsorientierten Instandhaltung?

Condition-Based Maintenance bietet eine Reihe von Vorteilen, darunter:

  • Reduzierung der Anzahl von Ausfällen;
  • eine größere Arbeitsplatzsicherheit für das Instandhaltungsteam, das eingreifen muss, um Störungen zu beheben anstatt Fehler zu reparieren;
  • weniger Ausfallzeiten, da durch die Vorwegnahme des Ausfalls keine Betriebsunterbrechung durch den Ausfall selbst verursacht wird;
  • reduzierte Wartungszeiten und -kosten, da der Eingriff bei Fehlfunktionen oder kleinen Mängeln weniger Ressourcen erfordert als bei einem bereits eingetretenen Ausfall;
  • gezielte Auswahl der durchzuführenden Maßnahmen, so dass, sobald die Probleme erkannt sind, ohne Dringlichkeit zu Zeiten einzugreifen, die für die Nutzer weniger Unannehmlichkeiten verursachen;
  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit und der Nutzungsdauer des Assets.

Die Instandhaltung einer Anlage oder von Teilen davon ist immer eine heikle Phase, die nur mit Hilfe professioneller und zuverlässiger Software effizient durchgeführt werden kann. Deshalb empfehlen wir Ihnen selbst eine CMMS-Software auszuprobieren, um die Produktivität Ihrer Instandhaltungsprozesse zu verbessern und den Zeit- und Kostenaufwand für das Management zu reduzieren.

 

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