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Die Reifegrade von BIM: BIM Level 3

Was ist BIM Level 3, wozu dient es und welche Anforderungen sind zu beachten: Hier finden Sie alles, was Sie über BIM-Reifegrade wissen müssen

BIM-Reifegrade stehen seit langem im Fokus von denjenigen die sich mit BIM befassen, obwohl das Thema oft mit anderen, sehr unterschiedlichen Aspekten des BIM-Prozesses wie BIM-Levels of Detail (LOD) oder BIM-Dimensionen (3D, 4D, 5D usw.) verwechselt wird.

Wir haben uns bereits mit BIM-Reifegrade befasst (die wir kurz zusammenfassen werden); in diesem Artikel analysieren wir den BIM-Reifegrad 3, und welche Vorteile sich daraus für Ihre Arbeit ergeben.

Wenn Sie sich für BIM und kollaboratives Arbeiten interessieren, empfehlen wir Ihnen usBIM, die kostenlose und vollständig online verfügbare Plattform, um gemäß den Anforderungen des digitalen Reifegrads BIM 2 und 3 arbeiten zu können.

BIM-Reifegradmodell (Bew-Richards)

BIM-Reifegradmodell (Bew-Richards) – überarbeitetes Bild

Die BIM-Ebenen

Bevor wir ins Detail gehen, werden wir kurz zusammenfassen, was BIM-Reifegrade sind und wofür sie im gesamten Bauprozess verwendet werden.

BIM-Reifegrade identifizieren die Aspekte, die eine bestimmte Organisation im Bauwesen im Hinblick auf die Anwendung der BIM-Methodik aufweisen muss.

Nach der PAS 1192, reichen die Ebenen von 0, mit der Verwendung digitaler Zeichnungen und 2D-Papierzeichnungen (z.B. mit Einsatz der CAD-Technologie), bis hin zur Ebene 3 mit einer vollständigen Integration des gesamten Projekts (mit Verwendung Kollaborativer Plattformen, BIM-Softwares, usw.).

Man kann also sagen, dass die PAS 1192 (Publicly Available Specification, ein Referenzverfahren) 4 Reifegrade von BIM vorsieht:

  • Level 0 – Wenig Zusammenarbeit – man arbeitet in 2 Dimensionen mit CAD-Softwares (Computer Aided Design) oder auf Papierzeichnungen. Diese ist nach einer traditionellen Arbeitsorganisation organisiert, die sich um ein System von Normen dreht;
  • Level 1 – Teilweise Zusammenarbeit – man arbeitet in 2- oder 3-dimensionalen 3D-CAD-Softwares mit digitalen Dateien. Hier startet man eine parametrische Entwurfsmethode innerhalb des eigenen Arbeitsablaufs, aber es gibt noch keine Zusammenarbeit und keinen Datenaustausch mit anderen Fachleuten. Es gelten sowohl interne als auch internationale Standards, insbesondere was die Aufnahme bestimmter Informationen in die verschiedenen Elemente betrifft;
  • Level 2 – Volle Zusammenarbeit – es wird in 3 Dimensionen gearbeitet. Auf dieser Ebene gibt es eine effektive Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachleuten, die an einem bestimmten Projekt arbeiten und alle BIM-Tools verwenden. Alle arbeiten an separaten Modellen, die verschiedene Teile des Projekts darstellen, welche schließlich, zu einem föderierten Modell vereint werden;
  • Level 3 – vollständige Integration – alle arbeiten gleichzeitig auf dem gleichen gemeinsamen Modell. Dies ermöglicht eine kontinuierliche und sofortige Kommunikation und den Austausch von Aktualisierungen in Echtzeit.
Die BIM-Reifegrade von der PAS bis zu ISO

Die BIM-Reifegrade von der PAS bis zu ISO

Aktuell wird die PAS 1192 durch die ISO 19650 ersetzt, welche 3 BIM-Reifegrade einführt:

  • Stage 1 – in der 2D-CAD-Zeichnungen und Informationsmodelle kombiniert werden, um die nationalen behördlichen Anforderungen für das Projektmanagement der Arbeiten zu erfüllen;
  • Stage 2 – die föderierten Informationsmodelle der einzelnen Fachbereiche, die den internationalen Normen ISO 19650 entsprechen, gewährleisten ein integriertes Management des Bauprojekts;
  • Stage 3 – die strukturierten Datenbanksysteme der Informationsmodelle, die sofort abfragbar sind, ermöglichen es, OPEN BIM als Managementsystem für das Bauprojekt und dessen folgende Inbetriebnahme einzuführen.

Um mehr zu erfahren, empfehlen wir Ihnen, den Artikel  “Von 0 bis 3, was sind die LOD-BIM-Reifegrade?“.

BIM Level 3

BIM Level 3 stellt die letzte Ebene der BIM-Reifegrade dar, die eine vollständige Integration von Tools und verschiedenen Akteuren vorsieht.

Im BIM-Level 3 können alle Beteiligten Informationen austauschen und gleichzeitig an demselben Projekt arbeiten, wobei Aktualisierungen in Echtzeit erfolgen.

Auf dieser Ebene ist der Bauprozess von der Planung bis zum Baumanagement vollständig miteinander verbunden, wodurch Materialverschwendung und Lieferzeiten minimiert werden können und gleichzeitig die Qualität des Endergebnisses unverändert bleibt (oder sogar erhöht wird).

Die Entwicklung des gesamten Prozesses basiert auf der vollständigen (oder fast) Standardisierung der verschiedenen Phasen und Inhalte. In der Tat ist hier das Konzept von „Open Data“ und insbesondere des OpenBIM® von grundlegender Bedeutung. Diese Eigenschaft führt zu einer maximalen Interoperabilität zwischen allen Fachbereichen, die an den verschiedenen Phasen beteiligt sind, da die durch proprietäre Dateien bedingte Einschränkung entfällt.

Aus dieser Notwendigkeit entsteht das IFC (Industry Foundation Classes) ein offenes und nicht proprietäres Dateiformat (d.h. es gibt keinen Eigentümer, der die Rechte für die Verwendung besitzt). Dies ermöglicht einen einfachen Austausch zwischen verschiedenen verfügbaren Softwares, ohne Kompatibilitätsprobleme.

Diagramm mit den 4 BIM-Reifegraden des BIMs

Die 4 BIM-Reifegrade des BIMs

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die Verwendung kollaborativer Online-Plattformen, welche die sofortige gemeinsame Nutzung und Visualisierung aller Daten sowie die Aktualisierung aller vorgenommenen Änderungen in Echtzeit ermöglichen. Dadurch wird die Zusammenarbeit erhöht, da allen Teambeteiligten der Zugriff auf dieselben Informationen ermöglicht wird. Dieses Tool wird als CDE (Common Data Environment) bezeichnet und ist Cloud-basiert, wodurch Dateien und Informationen jederzeit und überall verfügbar sind.

Wie bereits erwähnt, bezieht sich BIM Level 3 auf den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes, vom Projekt bis zum Abriss. Daher muss die Interoperabilität und das vollständige Management in allen Phasen durch ein einziges BIM-Modell gewährleistet werden, das für alle zugänglich ist. Auf diese Weise können Fehler und Verschwendung aufgrund von Ungenauigkeiten oder Datenduplikationen vermieden werden.

 

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