Home » BIM und Gebäudemodellierung » Die Vorteile von Level 2 der BIM-Reifegrade

Vorteile von BIM Reifegrad 2

Die Vorteile von Level 2 der BIM-Reifegrade

Hier finden Sie einen ausführlichen Überblick über das Level 2 der BIM-Reifegrade: Definition, Unterlagen die erstellt werden müssen und Vorteile für Ihre Arbeit

Was sind die digitalen Reifegrade von BIM? Was ist BIM Level 1? Welche Verfahren und Ausarbeitungen sind damit verbunden?

Hier analysieren wir, was der BIM-Reifegrad 2 vorsieht, und welche Vorteile sich daraus für Ihre Arbeit ergeben.

Wenn Sie sich für BIM und kollaboratives Arbeiten interessieren, empfehlen wir Ihnen usBIM, die kostenlose und vollständig online verfügbare Plattform, um gemäß den Anforderungen des digitalen Reifegrads BIM 2 und 3 arbeiten können.

Die BIM-Reifegrade

Die Reifegrade von BIM definieren den technologischen Fortschritt der im AEC-Sektor erreicht wird, basierend auf dem Grad der Zusammenarbeit und des Informationsaustauschs zwischen den verschiedenen an einem Projektbeteiligten Fachleuten.

Man startet von Level (L0), in der keine Zusammenarbeit zur Durchführung von Arbeitsaktivitäten erfordert ist und erreicht Level (L3), die durch eine perfekte Integration von Informationen und die Verwendung von Cloud-Plattformen und BIM-Modellen gekennzeichnet ist.

Die BIM-Levels werden von den verschiedenen Normen leicht unterschiedlich definiert.

Tabelle mit den BIM-Reifegraden von PAS bis ISO

BIM-Reifegrade von PAS bis ISO

Im Einzelnen werden in der PAS 1192, 4 digitale Reifegrade eingeführt:

  • L0 – Wenig Zusammenarbeit – man arbeitet in 2 Dimensionen mit Computer Aided Design (CAD) Softwares oder auf Papier;
  • L1 – Partielle Zusammenarbeit – man arbeitet in 2- oder 3- dimensionalen 3D-CAD-Softwares mit digitalen Dateien;
  • L2 – Fortgeschrittene Zusammenarbeit – es wird in 3 Dimensionen gearbeitet;
  • L3 – Vollständige Integration.
Diagramm mit den 4 BIM-Reifegraden des BIMs

Die 4 BIM-Reifegrade des BIMs

Aktuell wird die PAS 1192 durch die ISO 19650 ersetzt, welche 3 BIM-Reifegrade einführt:

  • Stage 1 – in der 2D-CAD-Zeichnungen und Informationsmodelle kombiniert werden, um die nationalen behördlichen Anforderungen für das Projektmanagement der Arbeiten zu erfüllen;
  • Stage 2 – die föderierten Informationsmodelle der einzelnen Fachbereiche, die den internationalen Normen ISO 19650 entsprechen, gewährleisten ein integriertes Management des Bauprojekts;
  • Stage 3 – die strukturierten Datenbanksysteme der Informationsmodelle, die sofort abfragbar sind, ermöglichen es, OPEN BIM als Managementsystem für das Bauprojekt und dessen folgende Inbetriebnahme einzuführen.

Um das Thema der BIM-Reifegrade zu vertiefen, empfehlen wir Ihnen auch den Artikel „Von 0 bis 3, was sind LOD-BIM-Reifegrade?“ zu lesen.

Schauen wir uns genauer an, was der digitale BIM-Reifegrad 2 vorsieht.

Level 2 des BIM-Reifegrads

BIM Level 2 weist auf eine vollständige Zusammenarbeit zwischen allen an der Planung beteiligten Akteuren hin. Die Zusammenarbeit erfolgt durch die Arbeit an 3D-BIM-Modellen, die von Fachleuten gemeinsam genutzt und mit vielen nützlichen Informationen über die gesamte Lebensdauer des Bauwerks angereichert werden.

In dieser Phase werden zwei neue BIM-Dimensionen eingeführt: 4D, die Informationen zum Zeitmanagement hinzufügt, und 5D, die sich auf die Kostenberechnung bezieht.

BIM-Reifegradmodell (Bew-Richards)

BIM-Reifegradmodell von Bew-Richards

Der Übergang zu BIM Level 2 wird durch die internationale Norm PAS 1192 geregelt.

Sowohl die Zusammenarbeit im Mittelpunkt von BIM Level 2 steht, ist es nicht notwendig, dass alle Teammitglieder an denselben 3D-CAD-Modellen arbeiten. Jedes Mitglied kann ein eigenes Modell verwenden, das dank offener und interoperabler Formate (z.B. einer IFC-Datei, die für den Austausch von BIM-Daten unerlässlich ist), die alle Projektinformationen enthalten, gemeinsam genutzt werden kann.

Auf diese Weise haben alle am Projekt beteiligten Fachleute einen Überblick über alle verfügbaren Informationen und können diese in jeder Phase des Lebenszyklus des Bauwerks ändern und aktualisieren. Dies ermöglicht die vollständige Zusammenarbeit zwischen allen Teams und letztendlich die Erstellung eines einheitlichen BIM-Modells.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, mit offenen Dateiformaten (wie IFC, COBie usw.) zu arbeiten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass in dieser Phase alle Teammitglieder koordiniert zusammenarbeiten, um ein föderiertes Modell zu erreichen, das die spezifischen Merkmale der einzelnen Fachbereiche beibehält.

Die Vorteile von BIM Level 2

Durch Erfüllung der Anforderungen für BIM-Reifegrad 2, können eine Vielzahl von Vorteilen für die eigene Arbeit erzielt werden:

Die Umstellung auf BIM-Reifegrad 2 (und noch besser auf 3) wird einige wichtige Vorteile für das Bauwesen mit sich bringen.

Einige dieser könnten wir, wie Folgt zusammenfassen:

  • Produktivitätszuwachs – Die Fähigkeit, Informationen schneller und einfacher auszutauschen, führt unmittelbar zu einem erheblichen Produktivitätszuwachs. Kollaboratives Arbeiten kann die Zeit für die Aufnahme und Bearbeitung neuer Informationen verkürzen. Produktivitätszuwachs bedeutet auch Kostensenkung und damit eine höhere Effizienz der Projektplanung.
  • Big Data – BIM wird eine große Hilfe beim Umgang mit großen Datenmengen sein. Die effektivere Verwaltung größer Datenmengen wird die Art und Weise vieler Fachleute (z.B. Techniker, Unternehmen usw.) im Bauwesen verändern.
  • Neue Möglichkeiten für kleinere Märkte – BIM kann eine wichtige Rolle bei der Optimierung des Bauprozesses spielen. Dies könnte bald zur Erschließung und Entwicklung neuer Märkte führen, die bisher nicht über angemessene Tools verfügten, um die Expansion zu fördern. Dank eines vollständig oder teilweise integrierten Kooperationsmodells werden sie in der Lage sein, einen Großteil der Schwierigkeiten zu bewältigen, mit denen sie derzeit täglich konfrontiert sind.
  • Hochwertige Gebäude – Die erhöhte Datenmenge in Verbindung mit der Möglichkeit einer genaueren Handhabung, wird letztlich zu einer deutlichen Verbesserung der Qualität unserer Gebäude führen. Dies bedeutet, dass komplexere Gebäude geplant und realisiert werden, die ihren Bewohnern viel mehr zu bieten haben. Parameter wie die Umgebung und die Modernisierung von geplanten Bauwerken, werden während des Bauvorgangs leichter zu berücksichtigen sein.
  • Verbesserte Erkennung von Elementüberschneidungen – Dank BIM wird der Prozess zur Erkennung von Elementüberschneidungen deutlich verbessert.
    Der Begriff Clash (Kollision) bezieht sich auf potenzielle Fehler, die bei der Planung und Errichtung eines Gebäudes auftreten können. BIM kann bei der Erkennung von Elementüberschneidungen sehr hilfreich sein und konsequent die Projekteffizienz steigern. IFC-Dateien bieten dabei eine große Unterstützung.
  • Zeitersparnis – In Level 2 führt die Zeitersparnis zu einer frühzeitigen Lieferung der Arbeiten, welche sich aus mehreren Faktoren ergeben (z.B. der Verwendung eines Common Data Environment und Tools für die Zusammenarbeit, die eine einfachere Arbeitsweise und einen schnelleren Informationsaustausch ermöglichen);
  • Material- und Kosteneinsparungen – Die größten Kosteneinsparungen resultieren aus weniger Änderungen, besserer Erkennung von Elementüberschneidungen und optimierter Verwaltung und Wartung des Bauwerks;
  • Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit – Die Verwendung von BIM-Level 2 kann dazu beitragen, die Gesundheit und Sicherheit in allen Phasen des Lebenszyklus des Bauwerks zu verbessern. Ein 3D-Modell bietet beispielsweise die visuelle Grundlage für eine direkte Schulung der Mitarbeiter, auch dank 4D-Simulationen und immersiver virtueller Realität. Die Vorteile werden quantifiziert, indem die Verringerung der Anzahl von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen analysiert werden, die zur BIM-Ebene 2 zurückzuführen sind;
  • Verbesserung der Ressourcennutzung und -qualität – Die Verwendung von BIM-Modellen und Arbeitsmethoden, die sich an den BIM-Normen der Level 2 orientieren, gewährleisten ein optimales Verständnis der Projektentscheidungen durch allen Beteiligten (Planer, Auftraggeber, Unternehmen usw.). Dies gewährleistet eine höhere Qualität des Endprodukts im Hinblick auf die Anforderungen des Kunden. Die 3D- und 4D-Visualisierung hilft beispielsweise bei der Realisierung einer komfortablen Umgebung, da sie die Bewertung vieler Aspekte ermöglicht, die mit herkömmlichen Methoden (2D-Zeichnungen usw.) nur schwer zu erkennen sind. Je höher die architektonische Qualität des fertigen Produkts ist, desto besser wird die Reaktion des Auftraggebers sein. Beispielsweise wirkt sich eine angenehme Arbeitsumgebung auf die Produktivität der Mitarbeiter aus usw.  

BIM Level 2: Deliverables

In BIM Level 2 müssen sich die zu liefernden Dokumente (Deliverables) aus einem Gesamtmodell ableiten, das eine Föderation zwischen Modellen verschiedener Fachbereiche (Statik, Anlagenbau, Architektur usw.) darstellt und das durch eine Clash Detection (Prüfung auf Inkonsistenzen/Konflikte) verifiziert wurde.

Folgend eine Liste der Standard-Deliverables und -Verfahren, die für BIM Level 2 gesetzt sind:

  • Einhaltung der Anforderungen des EIR (Exchange Information Requirements);
  • BIM Execution Plan (BEP);
  • Klassifizierung durch Uniclass 2015;
  • Einhaltung der BS (PAS) 1192 – Teile 1 bis 5;
  • Digitaler Arbeitsplan (der den Detaillierungsgrad beschreibt – Arbeitsphasen LOD/CIC);
  • Intelligente 3D-Bibliotheken;
  • Intelligente 3D-Modelle;
  • Zusammenarbeit auf der Grundlage von 3D;
  • Digitale 3D-Vermessung;
  • Optimierung der Asset-Leistungen;
  • COBie (Construction Operations Building Information Exchange);
  • Common Data Environment (CDE).

BIM-LEVEL-2-DELIVERABLES

 

Zusätzlich zu den Standardleistungen gesellen sich Deliverables, die bei diesem Reifegrad nicht unbedingt erforderlich sind, aber zweifellos Verbesserungen darstellen würden:

  • CIR (Contractors Information Requirements);
  • Vorbeugende Überprüfungen nach Interferenzen (Clash Prevention);
  • Validierung des Modells (Model Validation);
  • Mengenermittlung aus 3D-Modell (Model Take-Off);
  • 4D und 5D-Modelle;
  • Zusammenarbeit auf Grundlage von BIM-Modellen.

 

usbim
usbim